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Start-ups in Italien: "Wer etwas gründen will, geht nach Berlin"

Rear view of male hipster twins working at office desk

Carlo Allevi aus dem norditalienischen Bergamo hat vor drei Jahren ein Start-up gegründet - und zwar in seinem Heimatland. Damit ist der 31-Jährige eine Ausnahme, denn fast alle Jungunternehmer Italiens verwirklichen ihre Geschäftsideen im Ausland. „Es gibt genau drei Gründe, ein Start-up in Italien zu eröffnen", sagt Allevi: „Das Geschäftsmodell zielt auf den italienischen Markt, es hat mit Essen oder italienischer Handwerkskunst zu tun."


Sein Unternehmen fällt in die erste Kategorie: WeAreStarting heißt es, es ist eine Crowdfunding-Plattform, auf der italienische Gründer Kapital von Privatpersonen einsammeln können, indem sie ihnen Mikroanteile ihres künftigen Geschäfts verkaufen. Anfangs richtete WeAreStarting sich nur an innovative Unternehmen, die etwa eine neue Internetplattform entwickeln oder im Bereich nachhaltiger Energien gründen, mittlerweile können auch normale Geschäftsideen, etwa ein Lebensmittelvertrieb, darüber finanziert werden. Es gab einfach zu wenige Unternehmer, die in Italien ihre innovative Geschäftsidee finanzieren lassen wollten.


„Wer etwas gründen will, geht nach London, Berlin, Lissabon oder neuerdings auch nach Polen," sagt Allevi. Das Umfeld in Italien ist zu schlecht: Zu viel Bürokratie, zu hohe Kosten für Unternehmensgründer, ein ineffizienter Staatsapparat und extrem unflexible Arbeitsverträge. „Das Schlimmste ist aber das Desinteresse der restlichen Wirtschaft." sagt Allevi.

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