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„Gut" macht's Vereinen leichter - Echo Online

DARMSTADT-DIEBURG - Mit zwei Lengfelder Vereinen ging es im Jahr 2008 los: Der TSV Lengfeld benötigte 40 000 Euro für die Renovierung seines Sportheims. Der Schützenverein wollte unter anderem acht elektronische Schießstände für sein Schützenhaus anschaffen. Um die Kredite für ihre Vorhaben zu bekommen, half zum ersten Mal das damals neu geschaffene Förderprogramm „Gut" des Landkreises. Der Kreis bürgte für die beiden Darlehen.


„Das Programm wird sehr gut in Anspruch genommen", sagt Annika Schmid, stellvertretende Pressesprecherin des Landkreises Darmstadt-Dieburg. Nach zehn Jahren haben inzwischen fünf der bald 45 Vereine ihre Kredite vollständig abbezahlt. Nicht nur Sportklubs können gefördert werden: Auch der Karnevalsverein Dieburg und ein Anglerverein steht auf der Liste.


Kritik am bürokratischen Aufwand

Das Förderprogramm geht auf einen Beschluss des Kreistags zurück. Nach einer Erhebung in den Sportvereinen des Landkreises meldeten diese Anfang des Jahres 2007 Neubauten und Sanierungen im Gesamtvolumen von rund 20 Millionen Euro an. Die Kreisverwaltung nahm die Vorhaben in ein Bürgschaftsprogramm zur Sicherung und Modernisierung von Sportstätten, Vereinsanlagen und Energiesparmaßnahmen auf.


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Wer sich um eine Bürgschaft des Kreises bewerben will, meldet sich bei der Sport- und Vereinsförderung: Herr Feick (06151-8 81 10 11) und Frau Willner (06151-8 81 14 06) oder per E-Mail an sportfoerderung@ladadi.de.

Bewerber müssen ihren Vereinssitz und die geförderten Sportstätten im Landkreis Darmstadt-Dieburg haben und dem Landessportbund Hessen oder einem anderen Dachverband angehören. „Alle eingehenden Anträge können nach Prüfung und nach Erfüllung der Vorgaben berücksichtigt werden", so die Kreisverwaltung. (gwo)


In Nieder-Ramstadt ist TSV-Vereinsvorsitzender Oliver Spahn „mit dem Landkreis und der Sparkasse mehr als zufrieden." Aktuell wird der Gymnastikraum in der Turnhalle des Vereins umgebaut. Der TSV bewarb sich nach dem Jahr 2015 zum zweiten Mal für eine Bürgschaft. „Es gab nie ein großes Hin und Her. Nachdem wir unsere Unterlagen zusammenhatten, waren wir innerhalb von zwei Monaten durch."


Auch der FSV Münster profitierte von dem Programm, moniert aber bürokratischen Aufwand. Die Trinkwasseranlage wies bei einer Probe erhöhte Legionellenwerte auf. Vor dem Umbau versorgte sie die Duschen auf der Anlage mit warmem Wasser. Anschließend erkundigte sich der FSV nach Fördermöglichkeiten. Der Verein reichte den Antrag beim Kreis nach Gutdünken ein, wie der Vereinsvorsitzende Peter Samoschkoff erwähnt. „Für einen Laien müssen sie derart viele Vorschriften kennen, das kann man sich selbst alles gar nicht beibringen", wünscht er sich seitens der Verbände größere Unterstützung. Mittlerweile ist das Vorhaben in Münster abgeschlossen: Ein Boiler von 500 Litern erhitzt jetzt das Wasser.


Pro Darlehen können bis zu 50 000 Euro über eine Laufzeit von maximal 20 Jahren genehmigt werden. Die Gesamtsumme aller Bürgschaften ist auf vier Millionen Euro begrenzt. Abgelöste Bürgschaften gehen wieder in den Topf zurück. Derzeit hilft der Kreis mit Rücklagen in Höhe von rund 1,65 Millionen Euro. 44 Vereine haben bisher von „Gut" profitiert oder tun es noch. „Mit dem Programm möchte der Kreis das Ehrenamt unterstützen", sagt die Pressesprecherin.


Zurückgezahlt hat inzwischen auch einer der beiden Lengfelder Vereine seinen Kredit. „Das damals bewilligte Darlehen wurde inzwischen abgelöst", sagte der Vorsitzende des TSV Lengfeld 1909, Markus Borkowski.

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