Uta Schindler

Freie Wissenschaftsjournalistin & Filmautorin, Stuttgart

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Groß, größer, mörderisch?

Nick Hobgood, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Tridacna_gigas.jpg

Ahnungslose Schwimmer und neugierige Taucher soll sie packen und festhalten, bis sie ertrunken sind: die große Riesenmuschel (Tridacna gigas), die man auch Mördermuschel nennt. Zwar ist die Mördermuschel die größte bekannte Muschelart (sie kann bis zu 1,40 Meter lang und über 200 Kilogramm schwer werden), ihren Ruf als Killerin hat sie jedoch völlig unverdient. Obwohl die Mördermuschel kräftig genug ist, um einen Menschen festzuhalten, schließen sich ihre gigantischen Schalenhälften dermaßen langsam, dass man es schon darauf anlegen und abwarten müsste, um von ihr festgehalten zu werden. Die Mördermuschel ist also harmlos.

Den Mythos von der mörderischen Muschel, die ihre Opfer in der Tiefe hält, hat man trotzdem erstaunlich lange aufrechterhalten: Noch während des Zweiten Weltkriegs bekamen Taucher der US-amerikanischen Navy ein Handbuch, das U.S. Navy Diving Manual, in dem sich ein längeres Kapitel eigens der Mördermuschel widmet. Darin war auch eine detaillierte Anleitung zu finden...
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