Uta Schindler

Freie Wissenschaftsjournalistin & Filmautorin, Stuttgart

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Artikel

Der Schlaf der Schnecken

Warum schlafen wir? Albrecht Vorster will Licht ins Dunkel bringen – indem er den Schlaf der Meeresschnecke Aplysia californica erforscht. Der Neurobiologe hat dafür ein tierisches Schlaflabor eingerichtet.

„Just sleep“ – der Schriftzug erinnert an den Werbeslogan „Just do it“. Statt des berühmten Markenzeichens ziert ihn ein Wellenmuster: Hirnströme, die Schlaf ausmachen. Albrecht Vorster lächelt verschmitzt, bevor er verrät, dass der Entwurf, der über seinem Rechner an der Wand hängt, aus seiner Feder stammt. Er hat T-Shirts damit bedrucken lassen und sie an Freunde und Kollegen verschenkt. Vorster ist ein junger, umtriebiger Schlafforscher. Wissenschaft bewegt ihn und er will mit Wissenschaft bewegen. Der mehrfache Science-Slam- Gewinner hat gerade ein Buch geschrieben, das genau so heißt wie das, was er herausfinden will: warum wir schlafen.

„Die meisten Neurowissenschaftler haben sich in den letzten fünfzig Jahren kaum dafür interessiert, was im Gehirn vor sich geht, wenn wir schlafen“, sagt der 34-jährige Vorster. „Verstehen wir aber den Schlaf nicht, können wir nicht verstehen, wie unser Gehirn funktioniert. Wir übersehen die Hälfte des Lebens, womöglich die entscheidende Hälfte!“ Vorster promoviert am Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensneurobiologie der Universität Tübingen. Das Schlaflabor neben dem Gemeinschaftsbüro besucht er nur, wenn er ein Nickerchen einlegen muss. Das Schlaflabor für seine Forschung liegt fünf Stockwerke tiefer – im Keller...

Hier Ausgabe 51 (2019) von attempto! dem Forschungsmagazin der Uni Tübingen herunterladen.
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