Uta Schindler

Freie Wissenschaftsjournalistin & Filmautorin, Stuttgart

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Wann ist die optimale Zeit für einen Kaffee?

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Wann die beste Zeit für einen Kaffee ist, hängt davon ab, was er bewirken soll. Wer den maximalen Hallo-wach-Effekt aus seinem Morgenkaffee wringen möchte, sollte frühestens eine Stunde nach dem Aufwachen zur Kaffeetasse greifen. Das allerdings, wenn möglich, nicht jeden Tag. Reine Genuss- und Ritualtrinker können geflissentlich auf die Uhrzeit pfeifen und dann Kaffee trinken, wenn es sie danach verlangt. Will man jedoch nicht Gefahr laufen, senkrecht im Bett zu stehen, sollte man spätestens sechs Stunden vorm Schlafengehen besser die Finger vom koffeinhaltigen Gebräu lassen.

2012 startet der Neurowissenschaftler Steve L. Miller den Blog "NeuroscienceDC", benannt nach der US-Hauptstadt Washington D. C. (er promoviert ein paar Kilometer weiter). Miller bloggt dort über Neuigkeiten aus der Wissenschaft, die Phänomene aus dem Alltag erklären. Als er im Herbst 2013 seinen siebten Blogbeitrag "Die beste Zeit für einen Kaffee" veröffentlicht, ist die Leserschaft klein. Dann zieht sein Post behäbig Kreise: Erst sind es nur eine Hand voll Kaffee-Afficinados, die Millers Meldung über die beste Zeit für Kaffee aufgreifen. Dann sind die großen Nachrichtenmagazine "Time", "Forbes" und "The Telegraph" aufgewacht: Zwischen 9.30 und 11.30 Uhr, schreiben alle von Miller ab, wirke der Kaffee bei den meisten Menschen wahrscheinlich am effektivsten. Blöd nur, dass der Neurowissenschaftler irrt...

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