Uta Schindler

Freie Wissenschaftsjournalistin & Filmautorin, Stuttgart

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Warum macht man sich vor Angst in die Hose?

© mustafahacalaki / Getty Images / iStock (Ausschnitt)

Ob Grizzlybär oder Horrorfilm - manchmal treibt einem die nackte Angst nicht nur den Schweiß auf die Stirn. Aber warum pinkelt man eigentlich vor Angst in die Hose?

Eins gleich vorweg: Warum man sich vor Angst ins Hemd oder in die Hose macht, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Neurobiologisch scheint eine – wie auch immer geartete – Überlastung des Nervensystems für die Stressreaktion verantwortlich, bei der die willentliche Kontrolle über den Schließmuskel aussetzt. Die spontane Blasenschwäche, so vermutet man, erleichterte unseren Vorfahren die Flucht und sicherte dadurch ihr Überleben.

Normalerweise sorgt ein ausgeklügeltes Zusammenspiel unterschiedlicher Hirnregionen dafür, dass wir unsere Blase kontrollieren können. Ein Teil dieses Steuersystems ist das pontine Miktionszentrum, das im Hirnstamm sitzt und sich nicht willkürlich beeinflussen lässt. Es steht in ständigem Kontakt mit der Blase, registriert, wann sich Druck aufbaut, und entscheidet vorläufig, wann es an der Zeit ist, sie zu entleeren. Glücklicherweise regiert dieser Teil des Gehirns aber nicht allein; andernfalls gäbe es kein (Ein-)Halten bei voller Blase – wir müssten auf jeden Miktionszentrumsbefehl urinieren, egal wann und wo.

Panik, Angst und Aufregung verursachen die spontane Harninkontinenz, den unwillkürlichen Harnverlust. Die Frage nach dem Warum ist allerdings bislang unbefriedigend beantwortet. Dabei mangelt es kaum an Theorien...


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