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Forschung à la française

Fmc magazin 2016 de 14

FMC Geschäftsbericht 2016

Grundlagen der Medizin werden im Labor oder im Operationssaal gelegt? Nicht immer! Als der französische Nephrologe Guy Laurent in den 1960er Jahren begann, Nierenpatienten per Dialyse zu behandeln, steckte dieser Zweig der Medizintechnik gerade erst in den Anfängen. „Wir mussten Geräte aus den USA verwenden, die für eine Netzspannung von 110 Volt gebaut waren. Und alle Schlauchverbindungen waren anders als in Frankreich", erinnerte er sich, als ich ihn im vergangenen Herbst in der Nähe von Lyon traf. Laurent wollte sich damit nicht abfinden und fing an, erste Bauteile selbst zu entwickeln und herzustellen, zum Beispiel Schlauchverbindungen aus Glas. Kein Hersteller wollte das machen, auch wegen der Haftungsrisiken bei medizintechnischen Produkten. Also ließ er selbst produzieren, und zwar mit Hilfe seiner Patienten. Die waren zur Behandlung vom Land in die Stadt gekommen und lebten in zwei Wohnungen in Lyon. Eine dieser Wohnungen wurde zur ersten Werkstatt für Dialyseprodukte. „Die ersten elf Mitarbeiter waren alle Patienten", so Laurent. Später wurde aus der Behelfswerkstatt ein großes Unternehmen, die Société de Matériels Annexes pour la Dialyse, kurz SMAD. Seit 1987 gehört SMAD zu Fresenius Medical Care, für deren Magazin zum Geschäftsbericht 2016 ich mit Laurent und anderen Mitarbeitern gesprochen habe.


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