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Plattenspieler Scheu Analog Diamond: STEREO | Zeitschrift für HiFi, High End & Musik

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Und das mit einer insgesamt entspannt anmutenden und druckvoll-dynamischen Diktion bei flüssigem Swing und großem Raumeindruck. An Clearaudios hochdynamischer Balance+ zeigte der Diamond eine schonungslos ehrliche, jeden Aufnahmefehler gnadenlos aufdeckende Darbietung, die mit knackigem Punch, zarter Detailverliebtheit und knorrig- trockenem Bass gefiel, die insbesondere bei qualitiativ hochwertig gemasterten Scheiben Freude bereitete. Das rasante Bassface Swing Trio etwa, bei seiner Gershwin-Interpretation in Drei-Mann-Besetzung (Kontrabass, Schlagzeug, Fazioli-Flügel) - von Stockfisch- Records-Chef Günter Pauler höchstpersönlich live aufgenommen und abgemischt -, „wuselte" mit irrwitzigem Tempo und bis in die höchsten Tonlagen sauber durchhörbar die Tonleiter hinauf und wieder hinunter. Die Wiedergabe war schlackelos und quirlig. Stillsitzen? Keine Chance!

AC/DCs „Black Ice" oder „Stadium Arcadium" von den Red Hot Chili Peppers genossen wir dagegen lieber über die „saftiger", emotionaler und insgesamt wärmer timbrierte Ayre-Vorstufe, die dadurch mit Kompressionsartefakten gnädiger umging und es eben auch mal gepflegt krachen ließ.

Ganz „großes Laufwerk", hält sich der stets souveräne und stoisch in sich ruhende Diamond aus solchen Interpretationen, die eben von der Kette, in denen er betrieben wird, abhängen, vornehm heraus. Er pflegt eine ebenso musikalische wie neutrale Perspektive und kann sich mit Top-Wettbewerbern wie zum Beispiel McIntoshs MT-10 (Test in STEREO 3/08) problemlos messen. Nach diesen Eindrücken können wir sehr gut nachvollziehen, warum es Katie Melua mit Marilyn Monroe hält: „Diamonds are a girl's best friend."

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