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Hagen: Seit zehn Jahren wird Chinesisch unterrichtet

Chinesisch-Klasse an der Gesamtschule Eilpe in Hagen.

Die Sprache Chinesisch wird schon seit zehn Jahren an der Gesamtschule Eilpe in Hagen angeboten. Und immer noch lassen sich viele Schüler für die exotische Sprache begeistern. Doch was interessiert sie so sehr daran? Und was macht Chinesisch für sie so besonders? Wir haben bei ein paar Schülern der Oberstufe nachgefragt.


Die Gesamtschule Eilpe unterrichtet Chinesisch in der Sekundarstufe I und der Oberstufe. Dewi Gelis ist eine der zwei Chinesisch-Lehrerinnen an der Schule, die unter anderem die 12. Klasse unterrichtet. Ein paar der Schüler der Oberstufe waren im Oktober 2018 für zwei Wochen in China und haben dort das Land und die Leute kennengelernt.


Austausch in das Reich der Mitte

Die Schüler, die über den Austausch die Möglichkeit hatten, das Land persönlich kennenzulernen, sind begeistert. „Ich fand es dort sehr schön. Besonders die älteren Sehenswürdigkeiten und die Wasserstadt haben mir sehr gut gefallen. Auch die Leute waren alle sehr direkt, und wie man es vermutet, war die U-Bahn sehr voll", erzählt Elena Malinovic (19). Sie besucht die zwölfte Klasse und findet Chinesisch im Vergleich zu Französisch viel interessanter. Besonders die Zeichen haben es ihr angetan.


Untergebracht bei chinesischen Familien

Die Schüler haben zwei Wochen in China verbracht. Eine Woche waren sie in Peking und Shanghai und hatten die Möglichkeit, sich die großen Metropolen anzuschauen. Die andere Woche haben sie Orte in der Nähe der Millionen-Städte besucht. Während ihres Austauschs waren sie bei einer chinesischen Familie untergebracht, die in ihrer Freizeit auch einige typische Dinge mit ihnen unternommen hat. „Meine Familie ist mit mir zu einer Karaoke-Bar und Restaurants gefahren. Das hat sehr viel Spaß gemacht", sagt Tim Groppe (18).

Aber auch auf Ausflügen kann es dort zu merkwürdigen Situationen kommen: „Besonders komisch fand ich es aber, als ich mit meiner Gastfamilie im Restaurant war und eine Angestellte ein Foto von mir machen wollte", so Tim.


Fotos in der Schule

Während ihres Austauschs hatten die Schüler auch die Möglichkeit, eine chinesische Schule kennenzulernen. „In der Schule sind die Leute sehr gastfreundlich und machen oft Fotos oder Geschenke", sagt Sidney Langrzik (18). Sie selbst wurde vor der China-Reise überredet, die Sprache zu wählen. „Vor Ort war es natürlich erst mal ein Kulturschock, und es sind viel mehr Menschen, als man es von hier kennt. Aber es ist richtig schön und die chinesische Mauer war das erste, was ich mit dem Land in Verbindung gebracht habe. Dort fand ich den Ausblick und die Landschaft besonders schön", erzählt sie.


Für die Schüler der Gesamtschule Eilpe gibt es viele Gründe, warum sie Chinesisch gewählt haben. Für manche war es reines Interesse an der Sprache, für andere kann es in der Zukunft auch sehr nützlich sein. Priscilla Schele (17) hat thailändische Wurzeln und möchte eine andere asiatische Sprache erlernen: „Ich habe Chinesisch gewählt, weil es so selten ist und ich einen Unterschied zu Thailändisch finden wollte. Die Zeichen faszinieren mich total, auch wenn ich eher Schwierigkeiten damit habe", sagt sie.


Schüler interessieren sich für Geschichte des Landes

Auch für Mark Leismann (18) ist die Geschichte hinter der Sprache besonders interessant: „Ich habe es gewählt, weil es etwas anderes und etwas Besonderes ist. Man bekommt sonst nicht die Möglichkeit, diese Sprache zu lernen. Die Geschichte hinter der Sprache ist reizvoll", so Mark. Aber für ihn kann sie auch später nützlich sein. „Da es eine neue Sprache ist, muss man natürlich viel lernen. Aber später im Beruf und wenn man zum Beispiel nach China fliegt, ist es nützlich", erzählt er. Bei Michelle Ernst (18) fiel die Wahl zur Sprache eher spontan. Sie ist zur elften Klasse neu an die Schule gekommen und musste eine zweite Fremdsprache wählen. „Ich habe die Sprachen gesehen, die es zur Auswahl gibt, und da dachte ich, das muss ich nehmen. Mir macht es besonders Spaß bei verschiedenen Themen verschiedene Wörter zu kombinieren, auch wenn ich totale Probleme mit der Aussprache habe", sagt Michelle.


Einzige asiatische Sprache

Natürlich kann es auch andere Vorteile haben, wenn man Chinesisch lernt. Die Zeichen woanders wiederzuerkennen, ist einer davon: „Ich habe mich schon immer für Asien interessiert, und Chinesisch ist die einzige asiatische Sprache in Hagen, die ich in der Schule lernen kann. Die Sprache fasziniert mich Tag für Tag, und wenn ich zum Beispiel in Düsseldorf unterwegs bin und dann ein Zeichen wiedererkenne, ist das sehr beeindruckend", sagt Florian Reichelt (18). Natürlich ist es im Vergleich zu anderen europäischen Sprachen nicht so leicht, aber interessanter, wie Bleon Shala (18) erzählt: „Es ist etwas anderes als Italienisch oder Französisch. Ich habe es einfach aus Neugier genommen und finde es auch durchaus schwer, aber man lernt immer etwas Neues dazu. Man kann die Sprache gut gebrauchen, da man überall auf Chinesen trifft. Ich denke, dass es im Lebenslauf gut ankommt. So eine Möglichkeit hat man selten", fasst Bleon zusammen.


Auch Tim Groppe (18), der mittlerweile in der 13. Klasse ist, macht sich bereits über seine Zukunft Gedanken: „Ich möchte angewandte Informatik studieren und ein Auslandssemester in China machen. Ich hoffe, dass ich dadurch später bessere Chancen habe", so Tim. „Den Unterricht finde ich besonders spaßig, weil die Lehrerin immer etwas über China erzählt und wir viel lachen", erzählt er.

Die Chinesisch-Lehrerin Dewi Gelis findet, dass es ein großer Vorteil für die Schüler und Schülerinnen ist, wenn sie in der Schule Chinesisch lernen. „China hat Deutschland schon überholt, und wenn man die Sprache und die Kultur kennt, ist das ein Riesenvorteil. Denn die Schüler wissen, wie man mit den Chinesen verhandelt. Für uns ist dieser Unterricht definitiv eine Bereicherung, und Chinesisch ist eine gute Wahl", sagt die Lehrerin. 

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