Timo Al-Farooq

Independent journalist | Political commentator

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Debatte: Eine Kritik orientalistischer Denkfehler (1)

Photo credit: Gandalf’s Gallery, on flickr. Via Islamische Zeitung.

Muslimmehrheitsstaaten wie die Türkei, Indonesien und Bangladesch sind staatsrechtlich gesehen säkulare Demokratien, die von westlichen Kommentatoren oft als Beispiele für „tolerante” Islaminterpre­tationen gelobt werden. Dabei basieren solche Faux-Komplimente auf dem alten rassistischen Vorurteil, Islam und Moderne seien unvereinbar.


(iz). Seit Jahren sind in den oben genannten drei Staaten Entwicklungen zu beobachten, die im Westen unter dem Label „Islamisierung“ zusammengefasst werden: Die ungebrochene Macht der islamisch geprägten AKP-Regierung in der Türkei, die den strikten Laizismus des Staatsgründers Mustafa Kemal auf den Prüfstand gestellt und in Teilen revidiert hat. Verschärfte kommunale Gesetzgebung bezüglich „unislamischem“ Verhalten im öffentlichen Raum, die sich in der Zunahme lokaler Alkoholverbote und exekutiver Kontrolle des weiblichen Körpers in Form von Kleidervorschriften für Frauen äußert, sowie zunehmende Gewalt gegen nichtsunnitische Muslime im südostasiatischen Indonesien. Zunehmende religiöse Orthopraxie in der öffentlichen Sphäre und ansteigender gewaltbereite Extremismus gegen religiöse Minderheiten wie Schi’a und Hindus sowie gegen selbsternannte „Atheisten“ im südasiatischen Bangladesch.


Dabei ist die Konnotation dieses homogenisierenden Islamisierungsslogans, der Gewalt und Frömmigkeit im selben Atemzug nennt, stets eine negative, da einerseits Religiösität – besonders in Bezug auf die islamische Welt – als antimodern empfunden wird und andererseits es den fahrlässig konstruierten kausalen Zusammenhang zwischen Islamisierung und gewaltbereitem Extremismus, wie es der hegemoniale westzentrische Diskurs zu erkennen glaubt, in einer solch absoluten Form nicht gibt...


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