Timo Al-Farooq

Independent journalist | Political commentator

Keine Abos und 1 Abonnent
Artikel

Kaschmir: Südasiens Palästina

Wikimedia: KashmirVale von Michael Petersen (CC-BY-SA-3.0)

Das hindunationalistische Indien festigt seinen Würgegriff um den von ihm besetzten Teil der Region Kaschmir. Und wie in Palästina schaut die westliche Welt tatenlos zu


Idyllisch das obige Foto, nicht wahr? Doch der schöne Schein trügt: denn würdet Ihr dieses atemberaubende Gebirgstal mit ethnischen Säuberungen, stillem Völkermord, Kriegsverbrechen, Folter, Besatzung, Ausgangssperren, Entrechtung, Polizeigewalt, Hypermilitarisierung, Vergewaltigungen durch „Sicherheitskräfte“ und alltäglichen Schikanen der Zivilbevölkerung in Verbindung bringen? 


Höchstwahrscheinlich nicht. Doch genau das ist seit 1949 graduell bittere Realität geworden in „Indian administered“ Kaschmir (nur wenige Monate, nachdem sich Israel Palästina gekrallt hat und 80% der angestammten arabischen Bevölkerung in ethnischen Säuberungen von ihrem Land vertrieben hat), ein zynischer Euphemismus, der Rechtsstaatlichkeit vorgaukelt, Brutalität beschönigt und von militärischer Besatzung und Siedlerkolonialismus ablenken soll. 


Der sogenannte „Kaschmirkonflikt“, der wie der „Nahostkonflikt“ moralische Parität suggeriert, ist natürlich kein Konflikt, sondern ein glasklarer Fall von einer Partei, die eine andere unterdrückt. Im Falle Kaschmirs: die indische Armee, welche die kaschmirische Bevölkerung auf der indischen Seite der Line of Control seit Jahrzehnten terrorisiert. 

So wie Israel seit der Wahl Donald Trumps noch straffreier als zuvor sein Apartheidregime im eigenen Land und durch gezielte Bantuisierung in besetzten palästinensischen Gebieten ausbauen und konsolidieren kann, hat Indien nun seinen eigenen Trumpschen Freifahrtschein genutzt und in den letzten Tagen die Schlinge um das Kaschmirtal deutlich enger gezogen. 


Ohne Vorwarnung hat es unilateral den verfassungsrechtlichen Sonderstatus des Bundesstaates Jammu und Kaschmir (der offizielle Name des aus den Divisionen Kaschmirtal, Jammu und Ladakh bestehenden indischen Teil der Region Kaschmir) aufgehoben, tausende zusätzliche Truppen entsandt, politische Gegner verhaftet und Telefon- und Internetverbindungen gekappt. All das in einem Gebiet, dass ohnehin schon als die militarisierteste der Welt gilt. So sehen keine „Sicherheitsmaßnahmen“ aus, wie die hinduextremistische BJP unter Narendra Modi sein Vorgehen rechtfertigt, sondern Schlussoffensiven in Eroberungskriegen.


Zum Weiterlesen bitte hier klicken:

Zum Original