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Rohingya-Flüchtlinge: Die verbotene Stadt

Foto:Thembi Wolf

Ein Bambusgerippe, gehalten von sechs Balken und etwas Strick: Das ist Mamunur Rashids bislang kompliziertestes Gebäude. Vergangenes Jahr noch konstruierte der Bauingenieur Hochhäuser im Millionenmoloch Dhaka. "Das hier ist viel anspruchsvoller", sagt Rashid. Der Rohbau, der ein Aufenthaltsraum für Frauen werden soll, steht im Camp der Rohingya in Bangladesch, dem größten Flüchtlingslager der Welt.

Rashid muss ein Oxymoron errichten: ein Haus, das keines sein darf. Das nur aus Bambus, Strick und Stroh besteht und auf maximal zwei handbreit Fundament steht - weil die Regierung von Bangladesch keine festen Bauwerke erlaubt. Weil sie so tun will, als sei das alles nur temporär. Und doch muss das Haus Zyklone und Monsunstürme überstehen, wie sie bald während der Regenzeit über die Sommermonate wieder bevorstehen. Die Unterkunft wird wohl auch in zehn Jahren noch hier stehen. Dass die Rohingya bald wieder aufbrechen, glaubt niemand...

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