Tanja Banner

Online-Journalistin, Frankfurt und Umgebung

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NSA Android: In Android steckt Code der NSA

In der neuesten Version des mobilen Betriebssystems Android kommt auch Code der NSA zum Einsatz. Das bestätigen sowohl Google als auch die NSA selbst. Künftig sollen alle neuen Geräte, die auf Android-Basis laufen, mit dem Code ausgestattet werden.

In Android, Googles mobilem Betriebssystem, ist Code enthalten, den die National Security Agency (NSA) programmiert hat. Die US-Behörde, die derzeit im Mittelpunkt einer weltweiten Datenspionage-Affäre steht, soll laut "Bloomberg Businessweek" Code zur aktuellen Version des Betriebssystems beigesteuert haben.

Eine Google-Sprecherin bestätigt gegenüber "Bloomberg Businessweek", dass Google einen von der NSA programmierten Code in Android verwende. Gleichzeitig weist sie allerdings auch darauf hin, dass der Quellcode von Android öffentlich einsehbar ist, da Android quelloffen programmiert wird. Wer sich damit auskennt, kann also selbst überprüfen, welchen Zweck der Code erfüllt.

NSA bestätigt die Existenz des Codes

Von Seiten der NSA heißt es, der Code mit dem Namen "Security Enhancements for Android" ("Erweiterte Sicherheit für Android") solle Apps vor dem Zugriff von Hackern schützen. Auch die Weitergabe von persönlichen Daten an Marketing-Firmen solle durch den NSA-Code verhindert werden. Künftig sollen alle neuen Geräte, die auf Android-Basis laufen, mit dem NSA-Code ausgestattet werden, erklärt NSA-Sprecherin Vanee' Vines gegenüber der "Bloomberg Businessweek". Die Android-Version, die den NSA-Code enthält, läuft nach Informationen der "Bloomberg Businessweek" momentan unter anderem auf Samsungs Galaxy S4, dem HTC One und dem Sony Xperia Z.

Worauf die NSA-Sprecherin nicht eingehen möchte ist die Frage, ob die Arbeit der NSA an Android im Zusammenhang mit dem Spähprogramms "Prism" steht. Auch sie verweist gegenüber der Businessweek darauf, dass der Android-Quellcode öffentlich einsehbar sei.

Ein NSA-Programmierer, der an der Entwicklung von "Security Enhancements for Android" beteiligt war, erklärt: "Unser Ziel ist es, die Sicherheit für mobile Geräte zu erhöhen". Das Programm sei normalerweise "unsichtbar für Nutzer". Die Funktionen sind standardmäßig nicht aktiviert, sollen es in Zukunft aber sein.

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