Sylvia Meise

Freie Journalistin, Frankfurt

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Feature

Familie&Co. Jan/2015, Kita-Feature: Einfach Spielen!

Kinder bestmöglich vorbereiten geht so: Spielräume schaffen. Nur im Spiel lernen sie die Welt begreifen – es ist der zuverlässigste Motor ihrer Entwicklung.

 

 

Ruckzuck ist Robert auf dem alten umgestürzten Riesenbaumstamm bis nach ganz vorne gerutscht. „Ich fahr Motorrad!“, jubelt er. Dann stößt er knatternde Geräusche aus ruft, „Motor kaputt!“ - und klettert schnell runter um nachzusehen. Was sich Kinder halt so zusammenreimen… Doch bei näherem Hinschauen löst der vermeintliche Unsinn vielfältige Lernmomente aus. Nichts beflügelt (auch uns  Erwachsene) so sehr, wie das selbst gewählte, freie Spiel. Wenn Kinder etwas Bestimmtes erreichen wollen probieren sie es wieder und wieder bis sie es schaffen - und damit ist es selbst organisiertes Fördern und Lernen vom Feinsten.

 

Der kleine Motorradfahrer Robert etwa besucht einen Waldkindergarten, rundherum gibt es für ihn hier also nichts als trockene Erde, Laub und Bäume. Wenn er anderen seine Geschichte vermitteln will, muss er dafür die richtigen Worte finden. Dabei kann man als Erwachsener helfen und wie sein Erzieher fragen: Wo ist dein Helm? Der Junge deutet auf seinen Kopf. Und dann auf die Füße, „Tiefel“ habe er auch. Der Helm ist ausgedacht, der Baum umgedacht zum Motorrad. Die aus der Erde ragende Wurzel deutet der Junge um als Motor.

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Mal wieder ein Artikel über das Freie Spiel, von dem manche Philosophen und manche Erzieher/innen schon immer gewust haben wie wichitg es sit - doch zunehmend gerät es durch den aktullen Förderwashn wieder ins Abseits. Dabei lautet eine wichtige Erkenntnis des Spiewlpsycvhologten Rolf Oerter: je komplexer die Welt (wie  bei uns) um so mehr müssen Kinder spielen, damit sie sie begreifen können.