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Ladetechnik: Kabellos unter Strom

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Elektrobus in Braunschweig: Drahtlose Ladetechnik ist im ÖPNV gefragt. (Foto: Primove)

Fahrgäste der Berliner Buslinie 204 kommen seit August ungewohnt leise ans Ziel: Vier E-Busse pendeln zwischen Südkreuz und Zoologischer Garten. Auch bei Verspätungen sind die Fahrer darauf bedacht, die vorgesehenen Pausen an den Endhaltestellen strikt einzuhalten. Dort werden die Akkus geladen - kabellos: Unter der Haltestelle befinden sich elektrische Spulen, am Boden der Busse sind passende Gegenstücke angebracht.

Ausrüster der induktiven Ladetechnik ist die Bombardier-Tochter Primove, die auch Buslinien in Braunschweig und Mannheim elektrifiziert hat. Die Vorteile: Die Infrastruktur ist gut vor Vandalismus geschützt, die Fahrer müssen ihre Abläufe kaum ändern. Die Nachfrage wachse stetig, sagt Jérémie Desjardins, Business Leader bei Primove. „Eine Elektrobuslinie ist sehr nah dran, wettbewerbsfähig zu sein."

Die positiven Erfahrungen mit Bussen haben auch das Interesse der Pkw-Hersteller geweckt: Nach eigenen Angaben arbeitet Primove derzeit mit einem Automobilkonzern an der Serienumsetzung. Prototypen haben neben anderen schon Mercedes, BMW und Nissan gezeigt - das kabellose Laden verspricht einen großen Komfortgewinn. „Die Autohersteller sind jetzt in der Entwicklungsphase, nicht mehr in der Forschung", sagt Desjardins. Erste Serienmodelle erwartet er für 2017. 

Die Technik hat auch das Potenzial, das Reichweitenproblem von E-Fahrzeugen zu lösen: Würden ganze Autobahnspuren mit den Spulen und passender Steuerungstechnik ausgerüstet, könnten die Akkus während der Fahrt geladen werden.

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