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Duisburg am Safe Abortion Day

Am internationalen Safe Abortion Day vergangenen Montag, den 28. September, demonstrierten in vielen Städten Menschen für das Recht auf sichere Abtreibungen. In Duisburg kamen 30 Menschen zur Kundgebung der lokalen Gruppe Femtopie. Hier ging es um die Abschaffung der deutschen Abtreibungsparagrafen 218 und 219a, aber auch um internationale Probleme und um die Selbstbestimmung über den eigenen Körper für die Schwangeren, die nicht abtreiben.

„Kein Mensch darf dazu gezwungen werden, schwanger zu sein und ein Kind zu gebären", sagt Isabel Sophie Schneider.

Sie ist Pressesprecherin der Duisburger Gruppe Femtopie, die sich für Feminismus einsetzt und die Kundgebung organisiert hat. Was viele nicht wissen: Eine Abtreibung ist in Deutschland eine Straftat, die nur nicht bestraft wird, wenn man sich an gesetzlich festgelegte Regeln hält. Man muss innerhalb der ersten 12 Schwangerschaftswochen eine Beratung wahrnehmen, danach ein paar Tage abwarten und dann erst darf man den Abbruch durchführen lassen. Ärzt:innen dürfen nicht offen sagen, welche Praktiken für Abtreibung sie anbieten. Für Femtopie ist das kein Zustand. Darum hat die Gruppe zur Kundgebung aufgerufen.

„Ich finde, das große Problem dabei ist, dass Abtreibung nach wie vor sehr stigmatisiert wird, und dazu tragen die Paragraphen einen großen Teil bei. Schwangere, die sich für eine Abtreibung entscheiden, werden wie Kriminelle dargestellt und auch so behandelt. Abtreibung ist dadurch etwas Kriminelles, kein normaler operativer Eingriff." Auch dass Ärzt*innen nicht öffentlich sagen dürfen, welche Abtreibungsarten sie anbieten, kritisiert Isabel Sophie. Darum fordert sie, die Abtreibungsparagraphen 218 und 219a abzuschaffen. „Dann hätten die, die Abtreibende angreifen, keine gesetzliche Grundlage mehr."

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