Sonja Bettel

freie Journalistin (Wissenschaft, Umwelt, Natur, Flüsse, Baukultur), Autorin,..., Wien

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Innovative Lösung für ein Grenzproblem

Flussreporter: Die Thaya erhält zwei Mäander zurück

Vor 30 Jahren wurde der Grenzfluss Thaya begradigt und verkürzt. Nun wurden in Österreich und Tschechien zwei Mäander wieder angebunden - mit einer gefinkelten Konstruktion, um eine Änderung des Grenzverlaufs zu vermeiden.

An einem Samstag Ende Mai macht sich eine kleine Gruppe flussbegeisterter Menschen am frühen Vormittag von Bernhardsthal im östlichen Niederösterreich auf an die Thaya. Eingeladen zur Exkursion haben die Naturschutzorganisation WWF gemeinsam mit dem Storchenhaus Marchegg. Über einen sandigen Fahrweg und an Auwaldresten vorbei marschiert die Gruppe bis zu einer Stelle, an der es nicht weitergeht, zumindest nicht geradeaus am Fluss entlang. Denn der Fluss führt nun wieder - auch - nach rechts und bildet einen Mäander. Die Stelle schaut auf den ersten Blick unspektakulär aus, man kann aber erkennen, dass hier vor nicht allzu langer Zeit gebaggert worden sein muss, weil das Erdreich am Ufer nicht natürlich abgelagert aussieht und erst teilweise bewachsen ist. Tatsächlich wurde hier im vergangenen Herbst ein wichtiges Projekt durchgeführt, das auch eine juristische Spitzfindigkeit enthält, doch dazu später mehr.


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