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So wirst du deine Rückenschmerzen los - erklärt mit mehr als 100 Studien

Jakob owens 209002 unsplash

Eine Frage an alle, die regelmäßig genau dort Rückenschmerzen haben, wo sie die meisten Menschen plagen, nämlich im unteren Rücken: Hat dein Arzt oder deine Ärztin schon mal mit dir über deine Bauchmuskeln gesprochen? Genauer, über die tiefgelegene Schicht, nämlich die querverlaufenden Bauchmuskeln?

Nein? Schade, aber leider keine Ausnahme. Das zeigt, dass bei der Therapie von Rückenschmerzen Chancen vertan werden. Dabei kannst du deine Rückenschmerzen leichter loswerden, wenn du darüber aufgeklärt wirst, wie sie entstehen, und darin geschult wirst, wie du gut mit ihnen umgehst. Das zeigt eine Studie vom April 2018. Und dazu gehört auch, dass du weißt, welche Muskeln für die Gesundheit deines Rückens besonders wichtig sind.

Noch ein kleiner Hinweis: Durch einen Klick auf die Sprechblase rechts erhältst du noch mehr Informationen. Außerdem verlinke ich meine Quellen im Text, damit ihr sie anklicken und zusätzliche Infos zu einem Spezialthema finden könnt - alle wichtigen Informationen habe ich in meinen Artikel gepackt.

Dieser Text handelt davon, wie man mit Rückenschmerzen besser umgehen kann. Ich fasse zusammen, was über 100 Studien sagen, und habe mich mit Leitlinien und mit Behandlungsprogrammen auseinandergesetzt.

In diesem Methodenpapier erkläre ich ausführlicher, wie ich bei der Recherche und beim Schreiben vorgegangen bin.

Außerdem habe ich mich schon früher mit Rückenschmerzen beschäftigt: Privat, weil ich lange selbst welche hatte, und beruflich, denn bevor ich Journalistin wurde, habe ich als Ergotherapeutin mit Rückenschmerzpatienten gearbeitet. Deswegen weiß ich auch, welche Rolle unsere Arbeitsplatz- und Wohnungseinrichtung beim Entstehen von Rückenschmerzen spielt. Aber lasst uns von vorn beginnen.

Rückenschmerzen sind ein rätselhaftes Debakel

„Isch hab' Rücken!" ist ein geflügeltes Wort geworden, seit Hape Kerkeling seinen Lokalreporter Horst Schlämmer erfand. Vielleicht wurde Horst Schlämmer so erfolgreich, weil die Zuschauer vorm Fernseher mit ihm mitfühlen? Wie viele Menschen in Deutschland genau an Rückenschmerzen leiden, lässt sich nicht so einfach sagen, aber an den Krankschreibungen und Fehlzeiten abschätzen. Dazu ein paar Zahlen:

Das Krankheitsbild Rückenschmerzen belegt Platz zwei der häufigsten Diagnosen. Drei von vier Menschen, die von der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) befragt wurden, gaben an, in den letzten zwölf Monaten Rückenschmerzen gehabt zu haben (befragt wurden 5.224 Leute). Jeder zwanzigste war 2017 wenigstens einmal wegen Rückenschmerzen krankgeschrieben, das entspricht etwa sechs Prozent der Arbeitnehmer. Bei jedem siebten, der in den letzten zwölf Monaten Rückenschmerzen hatte, dauerten sie länger als zwölf Wochen an. Zusammen mit anderen Diagnosen, die den Rücken betreffen, verursachen Rückenschmerzen jährlich Kosten von circa 9 Milliarden Euro (sogar eher mehr, denn diese Zahl stammt von 2008; neuere Zahlen gibt es nicht). Dabei entfallen auf die medizinische Versorgung der Patienten allerdings nur 15 Prozent, die meisten Kosten entstehen indirekt, zum Beispiel durch Fehltage. Rückenschmerzen sind nicht gleich Rückenschmerzen

Rückenschmerzen sind eine sogenannte Volkskrankheit. Ungefähr 80 Prozent der Deutschen haben im Laufe ihres Lebens mindestens einmal Rückenschmerzen. Meistens gehen sie von alleine wieder weg, bleiben nicht länger als sechs Wochen. Diese Form nennt sich akuter, unspezifischer Rückenschmerz. Unspezifisch heißt, dass sehr häufig keine körperliche Veränderung zugrunde liegt, die den Schmerz erklären könnte.

Rückenschmerzen ohne spezifische Ursache sind dadurch geprägt, dass die Muskulatur in einem bestimmten Bereich des Rückens verkrampft. Meist ist das der untere Rücken, weil dieser Teil aufgrund von Hebel- und Scherkräften besonders schnell überlastet ist. Verkrampfte Muskeln ziehen sich zusammen und können den Platz für Nerven, die zwischen den Wirbelkörpern austreten, einschränken.


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