3 Abos und 0 Abonnenten
Artikel

Wenn der VW in die Werkstatt muss: So läuft der Rückruf in Folge des Abgas-Skandals

Cliff Wernick, KFZ-Mechatroniker und Servicetechniker in Ausbildung beim Update der Motorsteuerung eines VW Passat im VW-Autohaus in Singen. | Bild: Sebastian Schlenker

Die Aufarbeitung von VW ist momentan in vollem Gange. Der Konzern ruft in Deutschland rund 2,6 Millionen Autos zurück. Wir blicken in eine Vertragswerkstatt in Singen.


Für die meisten beginnt es mit einem Brief. Post von Volkswagen. Im Namen des Konzerns fordert das Kraftfahrtbundesamt (KBA) die Fahrzeughalter der 2,6 Millionen in Deutschland vom Dieselskandal betroffenen Autos auf, am Rückruf teilzunehmen. Das KBA hatte den Rückruf gefordert, nachdem Volkswagen 2015 eingeräumt hatte, die Abgaswerte bei Umwelttests von Dieselfahrzeugen manipuliert zu haben. Die dafür genutzte Software wurde weltweit in 11 Millionen Fahrzeuge eingebaut.


Für viele Autofahrer bleiben durch die bloße Aufforderung zur Teilnahme am Rückruf allerdings viele Fragen offen. Was wird dabei mit meinem Auto genau gemacht? Verbraucht das Auto danach mehr Sprit? Verfallen durch die Teilnahme meine Rechte auf Schadenersatz? Mit diesen Fragen von Kunden ist Joachim Hafner, Niederlassungsleiter der VW-Vertragswerkstatt in Singen, regelmäßig konfrontiert. "Viele Kunden rufen vorher an und wollen wissen, welche Nachteile durch das Update entstehen würden. Natürlich können wir die Sorgen in allen Fällen auflösen."


Von den rund 3000 VW-Fahrzeugen im Einzugsgebiet des Autohauses in Singen seien bereits 1000 zum Rückruf in die Werkstatt gekommen, sagt Serviceleiter Sven Schreijäck. Eine, die ebenfalls am Rückruf teilnimmt, ist VW-Kundin Anita Martin aus Radolfzell. Den ersten Brief von Volkswagen hat sie bereits im Frühjahr 2016 bekommen. Diesen ignorierte sie. Es folgten mehrere Erinnerungsschreiben, das letzte im Dezember 2016. Nun ist sie an einem Mittwochvormittag mit ihrem Passat zur Vertragswerkstatt nach Singen gekommen. „Ich hatte keine andere Wahl, es ist ja vorgeschrieben", sagt Martin. (...)

Zum Original