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PR für Gründer*innen

Du hast gegründet und möchtest, dass viele Menschen von deinem Unternehmen erfahren. Instagram und Co sind ein Weg, aber darüber hinaus kann es sich lohnen, den direkten Kontakt zu Medien zu suchen. So gehst du auf Journalist*innen zu. 

1. Was ist deine Geschichte?

Was bietest du an? Für wen? Warum tust du, was du tust? Wenn du in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden möchtest, ist es sinnvoll, dir vorab ein paar Gedanken zu der Geschichte deines Unternehmens und zu deinem eigenen Hintergrund zu machen.

Wie bist du Gründerin oder Gründer geworden? Warum? Menschen mögen Geschichten über andere Menschen. Denke dabei nicht nur an dich und deine Co-Gründer*innen: Vielleicht hast du auch Mitarbeiter*innen mit einem außergewöhnlichen Lebensweg, die Lust haben, von sich zu erzählen.

2. Wen interessiert das?

Du beziehst ein großes Ladenlokal direkt in der Innenstadt oder fängst an, Nachwuchskräfte auszubilden? Prima! Das kann eine interessante Geschichte für die Lokalzeitung vor Ort sein. Wenn du auf überregionale Medien zugehen möchtest, solltest du gezielt überlegen, welches Thema du anzubieten hast und zu welchem Medium es passt.

Fachmagazine aus deiner Branche werden sich vermutlich mehr für die inhaltlichen Details deiner Arbeit interessieren als Sendungen, Magazine oder Blogs, die sich an ein breites Publikum wenden. Informiere dich vorab über die Medien, die du ansprechen möchtest: Was ist ihr Schwerpunkt? Wer ist die Zielgruppe? Wie sprechen sie ihr Publikum an? Handelt es sich um ein Online-Medium oder um einen klassischen Verlag oder Sender?

Kleiner Tipp: Zahlreiche Medien veröffentlichen regelmäßig Porträts über Persönlichkeiten aus der Wirtschaft, oft auch über Gründer*innen.

3. Wie sprichst du Redaktionen an?

Journalist*innen sind Menschen mit wenig Zeit. In aller Regel quellen die E-Mail-Postfächer von Redaktionen und freien Journalist*innen über vor Pressemitteilungen, Newslettern und Leser*innen-Post. Wenn du in dieser Flut an E-Mails nicht untergehen möchtest, solltest du nicht wahllos eine Standard-Mitteilung an alle möglichen Redaktionen schicken.

Formuliere eine persönliche Nachricht und erläutere dein Thema kurz und knackig. Finde heraus, wer der oder die richtige Adressat*in für dein Thema ist. Du bist aktiv im Bereich Gesundheit und das Medium deiner Wahl hat eine Redakteurin für Gesundheit? Dann ist das die Frau, die du suchst.

4. Was sollte ich bei einem Interview beachten?

Wenn du Glück hast, findet die Redaktion dich und dein Unternehmen interessant und greift deinen Vorschlag auf. Bereite dich auf das Gespräch vor: Was ist deine Geschichte? Wofür stehst du? Was an deinem Unternehmen ist interessant für das Publikum des Mediums?

Journalist*innen und ihr Publikum mögen es konkret - verstecke dich nicht hinter abstrakten Schilderungen. „Wir sind als Team zusammengewachsen", ist ein Satz, der Leser*innen nicht gerade vom Hocker reißen wird. Spannender ist doch, zu erfahren, wie das passiert ist: Wie habt ihr Konflikte gelöst? Woran hast du gemerkt, dass die Kolleg*innen sich gut verstehen? Was sollte sich verbessern? Enorm hilfreich ist außerdem, wenn du die wichtigsten Zahlen zu deinem Unternehmen parat hast.

5. Was brauchen Journalist*innen von dir?

Sei für Redaktionen ansprechbar und antworte zügig auf Terminanfragen und eventuelle Rückfragen nach dem Interview. Manchmal fragen Redaktionen nach Pressefotos von dir und deinem Team - die sollten natürlich in guter Qualität bereits vorliegen.

Last but not least: Respektiere die Unabhängigkeit der Redaktion. Du kannst davon profitieren, dass ein Medium über dich berichtet. Aber verwechsle die Arbeit von Journalist*innen nicht mit PR. Deine Aufgabe ist es, gute Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Medien über dich berichten. Wenn du professionell bist und interessante Sachen zu sagen hast, werden Journalist*innen das zu schätzen wissen.


Autorin: Sarah Schaefer ist freiberufliche Journalistin und schreibt regelmäßig Porträts über Gründer*innen und andere interessante Menschen.

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