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Myokarditis-Risiko für Infizierte höher als für Geimpfte

Vor allem zu Beginn der CoV-Impfkampagne ist viel über ein erhöhtes Risiko für Herzmuskelentzündungen diskutiert worden. Eine britische Studie mit knapp 43 Millionen Personen bestätigt nun: Das Risiko für eine Myokarditis ist nach einer CoV-Infektion viel höher als nach einer CoV-Impfung.

Es ist die bisher größte und umfassendste wissenschaftliche Untersuchung, in Bezug auf das Risiko von Herzmuskelentzündungen nach erhaltener CoV-Impfung. Zu Beginn der Impfkampagnen im Jahr 2021 kam es gehäuft, aber dennoch äußerst selten zu Myokarditis-Fällen, die in Zusammenhang mit einer Impfung gegen das Coronavirus standen. Schweden und Dänemark setzten deshalb sogar die Vergabe einzelner Impfstoffe aus.

Eine Untersuchung mit 42,8 Millionen Britinnen und Briten bewies nun, dass Herzmuskelerkrankungen nach einer Impfung zwar vorkommen, das Risiko aber wesentlich geringer ist als nach einer Infektion mit dem Virus. Die soeben im Fachjournal „Circulation" veröffentlichten Ergebnisse untermauern damit vorangegangene Untersuchungen, wie etwa eine israelische Studie vom August 2021.

Alle gängigen Impfstoffe einbezogen

Für die aktuelle Untersuchung analysierte das britische Team rund um Statistikerin Martina Patone von der Universität Oxford die Daten aller Personen über 13 Jahren, die in England in der Zeit von Dezember 2020 bis Dezember 2021 mindestens eine Impfung gegen das Coronavirus erhielten.

Knapp 3.000 Menschen mussten in diesem Zeitraum wegen einer Myokarditis in einem Spital behandelt werden oder verstarben an einer Herzmuskelentzündung. Weniger als ein Drittel davon - insgesamt 617 Personen - erkrankten in den ersten 28 Tagen nach einer Impfung gegen das Coronavirus.

„In Anbetracht der großen Datenmenge konnten wir sagen, dass das Risiko einer Myokarditis nach einer Impfung sehr gering ist, besonders im Vergleich zu Herzmuskelerkrankungen nach einer Infektion mit dem Coronavirus", verdeutlichte Studien-Erstautorin Patone in einer Aussendung. Die Daten zeigen, dass Personen nach einer Infektion elfmal häufiger an Myokarditis erkranken als nach einer erhaltenen Impfung.

Unterschiede in Bezug auf Alter und Geschlecht

Neben einer Unterscheidung zwischen den verwendeten Impfstoffen, wurde die Bevölkerung in mehrere Versuchsgruppen nach Alter, Geschlecht und möglichen Vorerkrankung unterteilt. Den größten Anteil bildet die Gruppe, die den mRNA Impfstoff von BioNTech-Pfizer erhielt.

In allen Gruppen war das Myokarditis-Risiko nach einer CoV-Infektion größer als nach einer Impfung. Die einzige Ausnahme war eine zweite oder weitere Dosis mit dem Moderna-Impfstoff, insbesondere bei Männern unter 40 Jahren.

„Es ist wichtig zu verstehen, dass Herzmuskelentzündungen selten sind, auch nach einer Impfung", verdeutlichte Nicholas Mills, Ko-Autor der Studie und Kardiologe an der Universität Edinburgh. Die Epidemiologin Julia Hippsley-Cox von der Universität Oxford erläuterte unterdes, wie sich die Untersuchung auf weitere Impfkampagnen auswirken kann: „Die Ergebnisse sind wertvoll für zukünftige Empfehlungen über die Anwendung der Impfstoffe, besonders für die Impfung bei Jüngeren Personen", so Hippsley-Cox.

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