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Diätsalze schützen vor Herzinfarkten und Schlaganfällen

Herzkreislauferkrankungen sind die weltweit häufigste Todesursache – und meist auf hohen Blutdruck zurückzuführen. Weltweite Daten zeigen nun, dass die Verwendung von Diätsalzen positiv auf den Blutdruck wirkt. Das Risiko von Herzinfarkten und Schlaganfällen sinkt dadurch deutlich.

Weniger Natrium, mehr Kalium - das ist laut einer aktuellen Untersuchung im „British Medical Journal" der Schlüssel zu weniger Herzkreislauferkrankungen. Denn in Diätsalzen wird ein Teil des herkömmlichen Salzes (Natriumchlorid - NaCl) durch Kaliumchlorid (KCl) ersetzt, was eine Senkung des Blutdruckes nach sich zieht.

Vor knapp einem Jahr ist bereits eine chinesische Studie erschienen, die ein vermindertes Risiko für Schlaganfälle und Herzkreislauferkrankungen nachwies, wenn Probandinnen und Probanden Diätsalze verwendeten. Xuejun Yin vom George Institute for Global Health und ihr Team untersuchten nun, ob die Ergebnisse der Studie auf die ganze Welt zutreffen.

Um aussagekräftige Daten zu erhalten, verglichen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler 21 Studien aus der ganzen Welt. Ergebnis: Verwendeten die Probandinnen und Probanden Diätsalze, traten im Schnitt elf Prozent weniger Herzinfarkte und Schlaganfälle auf. Allgemeine Herzkreislauferkrankungen gingen um 13 Prozent zurück.

Andere Strategie: Kaliumreiches Obst und Gemüse

Wie eine weitere Studie unter Liffert Vogt von den Amsterdam University Medical Centers vor wenigen Wochen zeigte, müssen für eine bessere Herzgesundheit aber nicht unbedingt Diätsalze zum Einsatz kommen.

Laut Vogt kann eine erhöhte Kaliumaufnahme durch Obst und Gemüse den Natriumüberschuss ausgleichen und ebenfalls den Blutdruck senken. Denn das Kalium in den Lebensmitteln führt zu einer stärkeren Ausscheidung der Natriumsalze über den Urin. Das bestätigte auch die aktuelle Studie im Zusammenhang mit Salzersatzen.

Für die Autorinnen und Autoren rund um Xuejun Yin könnten die globale Untersuchung zu einem Umdenken in der Medizin führen: „Die Ergebnisse sprechen für den strategischen Einsatz von Diätsalzen im Gesundheitswesen, um Herzkreislauferkrankungen zu verringern", heißt es in einer Aussendung zur Studie.

Die Gefahr einer Hyperkaliämie, also einem schädlichen Überschuss an Kalium im Blut, ist bei der sachgemäßen Anwendung von Diätsalzen laut der Untersuchung nicht gegeben.

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