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Vielleicht ältestes Raubtier der Welt entdeckt

Quallen und Anemonen sind die bekanntesten Vertreter der Nesseltiere. Dass ihre Entstehung weit in die Geschichte der Erde zurückgeht, ist der Wissenschaft schon lange bekannt. Die von der Paläobiologin Frances Dunn von der Universität Oxford und ihrem Team neu beschriebe Art beweist, dass die Tiere um 20 Millionen Jahre älter sind als bisher vermutet.

Zum Vorschein kam das Fossil bereits 2007 im Charnwood Forrest, in Leicester, England. Biologinnen und Biologen untersucht den Fund nun ausführlich und veröffentlichten die Ergebnisse im Fachmagazin „Nature".

Aussehen bestätigt Abstammung

„Als ich das Fossil zum ersten Mal gesehen habe, war ich wirklich erstaunt. Es war anders als alles, was wir bisher von diesem Areal kennen", erklärte Hauptautorin Frances Dunn. Das gut erhaltene Exemplar lässt nach Angaben der Fachleute eine eindeutige Bestimmung zu: „Die Merkmale zeigen uns, dass es sich um ein Tier handelt - ein Nesseltier."

Mit seinem stattlichen Alter von über 560 Millionen Jahren könnte es sich beim entdeckten Fossil um das älteste bekannte Raubtier handeln. Denn an der Oberseite des Tieres befindet sich eine Art Trichter, der Tentakel enthält, wie sie heute beispielweise bei Anemonen vorkommen. Diese nutzte das Tier laut den Fachleuten vermutlich zur Nahrungsaufnahme, indem es diese durch das Wasser wirbelte und so vorbeiziehende Nahrung fing. Mögliche Nahrungsquellen waren demnach kleinere Organismen wie Zooplankton und andere einzellige Lebewesen.

Zeuge der Entstehung der Tiere

Der geologische Zeitabschnitt, aus dem das Fossil stammt, nennt sich Ediacarium und geht in das Kambrium über. Damals entstanden die Vorgänger fast aller heute bekannten Tierstämme. Die vielfältige Differenzierung der Lebewesen in diesem Zeitalter ist auch bekannt als Kambrische Explosion.

Benannt wurde „Auroralumina attenboroughii" nach dem britischen Naturforscher und Tierfilmer David Attenborough. Er prägte die Forschung der Fossilien aus dem Ediacarium. Der erste Teil des Namens soll auf die Vielfalt hinweisen, die zur Lebzeit der Spezies entstand: „Aurora" (lat. Dämmerung) repräsentiert das große Zeitalter der Fossilien, während „lumina" die Form des Tieres beschreibt - diese erinnert optisch an eine Fackel.

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