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Das EU-Klimaziel 2030: Sind wir auf dem richtigen Weg? - Unsere Zeitung

Die Klimakrise ist und bleibt eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Die EU begegnet dieser mit dem Green Deal. Dazu gehört auch ein Klimaschutzziel, über welches vergangene Woche im EU-Parlament abgestimmt wurde. Die Abstimmung wird von einigen als Erfolg für den Klimaschutz gefeiert, andere kritisieren, dass die Emissionsreduktion noch immer nicht ausreichen. Doch wie ist diese Abstimmung wirklich einzuordnen? Worum geht es?

1.) Bis 2050 sollen keine Netto-Treibhausgasemissionen mehr freigesetzt werden.

2.) Das Wirtschaftswachstum soll von der Ressourcennutzung abgekoppelt werden.

3.) Niemand, weder Mensch noch Region, soll im Stich gelassen werden.

Um diese Ziele auch gesetzlich zu verankern, wurde im März 2020 das europäische Klimagesetz vorgeschlagen. Gefolgt von dem Klimaziel Plan 2030, der im September 2020 vorgestellt wurde, und über welchen am 6. und 7. Oktober im EU-Parlament abgestimmt wurde. Zu diesem Plan gehört auch das Klimaschutz-Ziel, welches bisher eine Reduktion der Treibhausgase von 40 Prozent bis 2030, auf der Basis von 1990 vorsah.

Wie steht es um unser verbleibendes CO2 Budget?

Um die durchschnittliche Erderwärmung auf 1,5 Grad, im Sinne des Pariser Klimaabkommens, zu begrenzen, ergibt sich nach Berechnungen auf Basis des (Intergovernmental Panel on Climate Change) ein Restbudget für Emissionen der EU27 von 20 Gigatonnen CO2, ab dem Jahr 2021. Um dieses Budget nicht vorzeitig auszuschöpfen, müsste es aus wissenschaftlicher Sicht zu einer Reduktion der Emissionen von Prozent bis 2030 kommen. Wir sind also noch weit davon entfernt , unserem Versprechen in Paris gerecht zu werden.

Die (Un)Klarheit in den Zahlen Das Spiel mit den Zahlen

Mit CO2 Bilanzierung kann also einiges an Emissionen versteckt oder verschoben werden. Doch gerade bei einer existenziellen Bedrohung wie der Klimakrise, sollte man mit offenen Karten spielen, und vor allem so, dass jede _ r versteht, in welcher Lage wir uns befinden.

Die EU als Vorreiter in Sachen Klimaschutz?

Die EU hat sich verpflichtet, Vorreiter in Sachen Klimaschutz zu werden. Wenn dieses Ziel ernst gemeint ist, muss allerdings noch einiges passieren. Im Rahmen der Klimagerechtigkeit, die ein essentieller Bestandteil für das Erreichen des Klimaabkommens ist, müssen wir als „der reiche Westen" Taten setzen.

Doch die Vorreiterrolle ist wichtig. Denn Länder wie China beginnen schon jetzt, ihren Lebensstil an den der westlichen Welt anzupassen. Würden alle Länder nachziehen, könnten wir keines unserer Klimaziele erreichen.

Ob man sich als Vorbild positionieren kann, wenn Emissionen ausgelagert werden, sei dahin gestellt. Die Zeit um unsere Emissionen zu reduzieren wird allerdings immer knapper. Je länger wir uns Zeit lassen, desto abrupter müssen die Maßnahmen umgesetzt werden.

Wie schlägt sich Österreich in Sachen Klimaschutz?

Beim Climate Change Performance Index 2019 , beurteilten 350 Experten die Klimapolitik von 57 Industrieländern. Österreich lag damals auf Platz 38, also im schlechten Mittelfeld. Eines unserer größten Problemfelder in Österreich ist die , was auch viel damit zu tun hat, wie die Infrastruktur hier zu Lande organisiert ist. Für Österreich gibt es also noch viel zu tun in Sachen Klimaschutz. Zu den wichtigsten Ansätzen zählen unter anderem eine ökosoziale Steuerreform, ein Ausbau der Öffentlichen Verkehrsmittel, Investitionen im Energiesektor , Gebäudesanierungen, schärfere Vorgaben für Energiewirtschaft und Industrie, sowie klare Emissionsreduktionsziele in Form eines maximal verbleibenden Treibhausgasbudgets.

Was sagen Expert_innen und Interessenvertretungen?

Um ein Stimmungsbild einzufangen habe ich ein paar Organisationen, Unternehmen und Personen um ein Statement zum Klimaschutz-Ziel gebeten. Das sind die Antworten:

„Die EU kommt mit dem Nachschärfen der Emissionsreduktionsziele nur den Vorgaben des Pariser Klimaschutzabkommen nach. Österreich muss nun sehr rasch konkrete Maßnahmen zur Emissionsreduktion setzen um nicht noch weiter in Rückstand zu geraten und massive Strafzahlungen zu riskieren." - Assoc. Prof. Mag. Dr. Herbert Formayer ist Meteorologe und Klimaforscher an der Universität für Bodenkultur in Wien

„Wir sehen, dass die Eu die falschen Zielkoordinaten anvisiert und mit den angestrebten minus 55-65% die Begrenzung der Erhitzung auf 1.5 Grad nicht eingehalten werden kann. Dem hatte die EU demokratisch zugestimmt. Wir fordern, dass die EU sich am Emissionsbudget orientiert und gewisse Klimagerechtigkeit Aspekte berücksichtigt." - Adrian Hiss, Fridays for Future Vienna

Was ist also das Fazit?

„Es sind weniger die technischen Grenzen, die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden werden, sondern der gesellschaftliche und politische Wille. Ist dieser gegeben, stehen der Erreichung von CO2-Neutralität bis 2035 auf der Basis heutiger Erkenntnisse keine unüberwindlichen Hindernisse entgegen."

Zusammenfassend kann man also sagen: Jeder Schritt in Richtung Treibhausgas-Reduktion ist ein wichtiger. Aus wissenschaftlicher Sicht sind die Ziele, die wir uns im Kollektiv gesetzt haben, erreichbar. Verbindliche und strengere Gesetze sind diesbezüglich unumgänglich. Denn momentan scheitert es an den verschiedenen Interessen aller Beteiligten, und jenen, die auf der Bremse stehen. Strengere und verbindliche Gesetze können uns helfen, die Geschwindigkeit unseres Handelns zu erhöhen.

Titelbild: Gerd Altmann auf Pixabay

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