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Die GAP: Was einer ökologischen und gerechteren Landwirtschaft im Wege steht - Unsere Zeitung

Vergangene Woche wurde in den Medien, neben Corona, vor allem eine Frage heiß diskutiert: Dürfen Veggie Burger auch weiterhin Burger heißen? Ein weit wichtigeres Thema hingegen hat kaum mediale Aufmerksamkeit bekommen: Die gemeinsame Agrarpolitik (GAP) und jene Abstimmung im EU-Parlament über die nahe Zukunft der Landwirtschaft. GAP - Die gemeinsame Agrarpolitik der EU

Es verändert sich also nicht sonderlich viel, obwohl es gerade in diesem Bereich einen mutigen Systemwandel braucht. Denn das Problem ist, dass es kaum Verbesserung in Sachen Umwelt und Klimaschutz durch die GAP gab. So sind im Vergleich zum Jahr 2000 nur Prozent der europäischen Böden weniger erosionsgefährdet. Zusätzlich werden heute genauso viele Millionen Tonnen Treibhausgase in der Landwirtschaft emittiert wie zu Beginn der letzten Förderperiode, obwohl Maßnahmen wie das Greening dazu führen sollen, mehr Kohlenstoff im Boden zu binden, und die Fruchtbarkeit der Böden zu erhöhen. Von der EU werden die Änderungen in der GAP trotzdem als ehrgeizige Pläne für Umwelt- und Klimaschutz bezeichnet. Was passiert also mit dem ganzen Geld?

Die zwei Säulen - Das Fundament der GAP Säule 1: Die Direktzahlungen Das Prinzip Wachse oder Weiche

Rund Prozent der Direktzahlungen in der EU sind entkoppelt. Das bedeutet die Höhe der Auszahlung ist an die Größe der Anbaufläche gebunden, und Landwirt_innen sind nicht verpflichtet auf dieser Fläche etwas zu produzieren. DIe Direktzahlungen werden außerdem nach dem sogenannten Gießkannenprinzip verteilt. Das bedeutet, es macht keinen Unterschied ob es sich um intensive oder ökologische Landwirtschaft handelt. Obwohl die industrielle Landwirtschaft für ein der weltweiten Treibhausgas-Emissionen verantwortlich ist. und nachgewiesen wurde, dass ökologische Landwirtschaft einen großen Beitrag zu Umwelt- und Artenschutz leistet.

Hinzu kommt, dass die Direktzahlungen nicht direkt bei den Landwirt_innen ankommen und zweitens, dass jene mehr bekommen, die ohnehin schon viel Fläche besitzen. Denn der österreichische Durchschnittsbetrieb ist ca. Hektar groß. So landet laut einer Recherche von , das Geld eher bei Institutionen der Landwirtschaftskammer, als direkt bei den Bauern. Im Jahr 2016 erhielt die Marketing Abteilung der AMA (Agrarmarkt Austria) beispielsweise 2,5 Millionen Euro im Jahr. Auch in der EU machen landwirtschaftliche Betriebe mit über Hektar nur drei Prozent aus.Was dazu führt, dass 80 Prozent dieser Gelder bei nur 20 Prozent der Betriebe landen. Die gezielte Förderung von großen Betrieben ist ein entscheidender Faktor dafür, dass immer weniger Bauern finanziell überleben können und für die Landflucht.

Die Kritik an der Greening Prämie Die neue Öko Regelung Die 2. Säule: Zur Erhaltung des ländlichen Raums Mögliche Lösungen 1.) Es braucht mehr Kostenwahrheit 2.) Die Abschaffung der pauschalen Flächenprämien 3.) Es braucht Klarheit, Transparenz und Unterstützung für ökologisches Handeln

Das Vorhaben der EU Vorreiter in Sachen Klimaschutz zu werden kann mit dieser Agrarpolitik nicht vereinbart werden. Denn vor allem die intensive Landwirtschaft trägt zum Insektensterben, der Trinkwasser-Verschmutzung, oder dem Verlust der Bodenfruchtbarkeit und Biodiversität, aber auch dem Klimawandel bei. Ökologische Landwirtschaft hingegen könnte die Situation auf den Feldern Europas verbessern. Es wären auch einige Landwirt_innen bereit auf eine umweltfreundliche Produktion umzustellen, das aktuelle System belohnt sie aber dafür, wenn sie es nicht tun. Maßnahmen zum Schutz der Natur im Bereich der Landwirtschaft sind vorhanden, es geht jetzt aber darum, sie auch wirklich umzusetzen. Denn klar ist: Es steht so einiges auf dem Spiel. Wird die europäische Kommission den aktuellen Entwurf zurückweisen? Das ist die große Frage.

kannst du einen offenen Brief an die EU-Kommission unterschreiben, wenn du mit der aktuellen GAP nicht einverstanden bist.
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