Rouven Theiß

Journalist, Lektor, Texter, Laatzen

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Apples Abhängigkeit von China hat seit 2015 zugenommen

Die Abhängigkeit des Weltkonzerns Apple von der Volksrepublik China wird immer größer. Das belegt die Nachrichtenagentur Reuters durch eine Analyse von verschiedenen Angaben des US-Unternehmens zu den eigenen Lieferketten.

Wie Reuters ermittelt hat, befindet sich mittlerweile fast die Hälfte der Zulieferer für Apple im Reich der Mitte. Demnach sind 47,6 Prozent der Firmen, die unter anderem elektronische Bauteile, Kabel oder Aluminiumgehäuse liefern, in China ansässig. 2015 waren es noch 45 Prozent gewesen.

Dazu kommt: Auch Auftragnehmer expandieren in der Volksrepublik, Foxconn hat seine Standortzahl demnach von 19 im Jahr 2015 auf nun 29 erhöht. Diese Tatsache ist in Zeiten von gegenseitigen Strafzöllen zwischen den USA und China problematisch, da unter Umständen mit hohen Kosten verbunden.

Apple betroffen vom Handelsstreit

Aus diesem Grund bat Apple-Chef Tim Cook offenbar Donald Trump unlängst darum - so berichtete es zumindest der US-Präsident -, neue, ab September geplante Zölle zu verschieben. Und Trump kam der Bitte tatsächlich nach und nahm einige Produkte wie beispielsweise Notebooks und Smartphones vorerst von den geplanten Abgaben aus. Cook und seine Crew erhalten so, unter anderem für das iPhone, eine Schonfrist bis zum 15. Dezember.

Dass sich bis dahin aber etwas an der Abhängigkeit zu China ändert, ist unwahrscheinlich. Grund: In der Volksrepublik ist die Dichte an Zulieferbetrieben hoch, die Infrastruktur für die Produktion somit hervorragend. Und wo sonst könnten, wie es Dave Evans in seiner Funktion als Chef des Lieferkettenunternehmens Fictiv hinterfragt, rund 600.000 Smartphones pro Tag hergestellt werden, wenn nicht in der Volksrepublik?

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