Roland Kontny

Journalist und Autor, Hamburg

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Verteidigung unmöglich: Blitzer löscht Beweise

Moderne Geschwindigkeitsmessgeräte erheben pro einzelner Messung bis zu tausenden Daten. Doch fast keine davon werden gespeichert. Die Folge: Zweifelt ein Beschuldigter eine Messung an, kann kein Gutachter der Welt nachvollziehen, ob die Messung korrekt zustande gekommen ist oder sich vielleicht ein Fehler eingeschlichen hat. Dabei wäre die Speicherung technisch gar kein Problem. Einige Gerichte sehen darin ein Grundprinzip des Rechtsstaates ausgeschaltet: die Möglichkeit eines fairen Verfahrens, weil sich der Beschuldigte den Beweis des vorgeworfenen Verstoßes nicht ansehen und auf seine Richtigkeit hin überprüfen kann. Landkreise und Hersteller kümmert das allerdings wenig, die Geräte bleiben weiterhin hundertfach bundesweit im Einsatz.