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Women's Super League: Wehe, Du wirst krank!

Für Fußballerinnen gelten spezielle Regeln in der Women's Super League: Sind sie länger als drei Monate verletzt, kann ihr Vertrag gekündigt werden. Eine Praxis, die bei Männern unvorstellbar wäre.


Im Sommer 2016 wechselte der deutsche Nationalspieler Ilkay Gündogan von Borussia Dortmund zu Manchester City. Gündogan gilt als absoluter Wunschspieler des Startrainers Pep Guardiola, der ihn wohl schon gerne zu seiner Zeit als Bayern-Trainer verpflichtet hätte. Trotz einer Knieverletzung wechselte Gündogan nach England, sein Comeback feierte er im September 2016 in der Champions League gegen Borussia Mönchengladbach. Doch dann, im Dezember, also noch in der Hinrunde, kam für ihn, Pep und die Fans von ManCity der nächste Schock: Kreuzbandriss. Der Kreuzbandriss ist eine der häufigsten Verletzungen im Fußball, es braucht nicht mal einen Gegner, es reicht schon eine falsche Bewegung, eine falsche Drehung, damit die Bänder im Knie reißen. Dann folgt meistens eine lange Pause, bei Gündogan waren es rund acht Monate.


Trotzdem konnte er sich sicher sein, dass er während der Zwangspause sein volles Gehalt bekommt und bei seiner Rückkehr immer noch Teil von Manchester City ist.

Eine Spielerin in der ersten englischen Frauenfußballliga, der Women’s Super League (WSL), könnte sich bei solch einer Verletzung nicht so sicher sein. Die Standardverträge des englischen Fußballverbands gehen nämlich mit schweren Verletzungen von Spielerinnen anders um als bei männlichen Spielern. 


Der Unterschied zwischen den Verträgen für die Männer in der Premier League und den für die Frauen in der WSL fällt eindeutig zum Nachteil der Frauen aus. Das belegen Dokumente der Enthüllungsplattform Football Leaks, die der SPIEGEL erhalten und gemeinsam mit Medienpartnern im Recherchenetzwerk European Investigative Collaborations (EIC) ausgewertet hat. Die Verträge geben Einblicke in die Ungleichbehandlung der Geschlechter im Profifußball. 


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