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Weiterhin Protest gegen den „Circus William"

Foto: Anton Lommon

„Herzlich willkommen zum Zirkus, hier werden Tiere gequält“ schallt es aus den Lautsprechern eines PKWs, der einem der Tierrechtsaktivisten vor dem „Circus William“ in Zentrum-Ost gehört, während er parallel dazu Zirkus-Musik abspielt.

Es ist mittlerweile der fünfte Tag, an dem die Aktivisten, heute zu zehnt, mit Protestschildern vor dem Zirkus stehen und Flyer an Passanten und Zirkusbesucher verteilen. Sie kritisieren, dass in der Manege des Zirkus Tiere zum Einsatz kommen, da eine Behandlung der Tiere im Zirkusgeschäft nicht ohne Gewalt ablaufen könne.

Derzeit liegt ein besonderer Fokus auf den Geschehnissen rund um die Gegenproteste, denn am vergangenen Montag wurde einer der Aktivisten, Jörg Hartmann, ins Krankenhaus eingeliefert. Diagnose: ein Rippenbruch sowie Platzwunden an Auge und Mund (Potsdam Vibes berichtete). Für die Verletzungen sollen Mitarbeiter des „Circus William“ verantwortlich sein. Dies bestreitet der Sprecher des „Circus William“ jedoch in einem (Interview mit der Märkischen Allgemeinen Zeitung): ‚„Es wurde keiner verprügelt”, meint Zirkussprecher Timo Köppel. Der Tierschützer sei über den Zaun geklettert und habe sich unerlaubt Zutritt zum Zirkus verschafft: “Er begang Hausfriedensbruch und wollte unsere kleinen Kinder verhauen, da diese ihn mit einer Wasserpistole bespritzt hatten – das kommt auf jeder Spielstraße vor”, erklärt Köppel die Rangelei. Die Zirkusleute haben den vermeintlichen Eindringling bis zum Eintreffen der Polizei nur festhalten wollen. Die gebrochene Rippe und die Platzwunden im Gesicht habe sich der Aktivist zugezogen, weil er sich wehrte, so der Zirkussprecher weiter.

Beide Seiten erstatteten Anzeige bei der durch die Tierrechtsaktivisten hinzugerufenen Polizei. Diese geht nun dem Vorwurf des Hausfriedensbruchs gegen Hartmann und dem Vorwurf der Körperverletzung gegen die Zirkusmitarbeiter nach.

Heute blieb es jedoch ruhig vor dem Zirkus, bis auf einige Passanten, die verbal-aggressiv auf die Aktivisten reagierten, kam es zu keinen weiteren Auseinandersetzungen. Grund dafür ist sicherlich auch die mediale Aufmerksamkeit, die nun auf den Protesten liegt. Neben Potsdam Vibes berichteten auch die Potsdamer Neueste Nachrichten, die Märkische Allgemeine Zeitung sowie das RBB-Fernsehformat zibb über die Vorkommnisse vom vergangenen Montag.


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