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Schnitzeljagd durch Palästina

Zügig steigt Amir in das Gespräch ein: „Was willst du von der Reise? Den politischen Konflikt sehen und verstehen oder Designer-Drinks und Party?" Dass die „Autonome Region Palästina", mehr zu bieten hat als „steineschmeißende Jugendliche", darum geht es ihm mit seinem Angebot für Bildungsreisen „Stories of Palestine". Wohnt der Reisewillige zufällig in Berlin, trifft sich Amir, wie hier und jetzt, zum Beratungsgespräch gerne in einer der Shisha-Bars auf der „arabischen Straße" in Berlin Neukölln.

Die Gäste, ausschließlich Männer, spielen Backgammon oder fahren mit ihren Fingern über ihre Gebetsketten und durch ihre aufwendig frisierten Bärte. Amir, selbst gebürtiger Deutscher mit palästinensischen Wurzeln, skizziert den Reiseplan: „Wir starten immer in Jerusalem. Dann hangelst du dich mit einer individuellen Anleitung von einem Einheimischen zum nächsten." Amir organisiert auch die Übernachtungen - auf Wunsch bei den Familien der palästinensischen Hosts.

Wenige Wochen später im Westjordanland, Bethlehem: An einer staubigen Straßenecke fordert mich der Fahrer des palästinensischen Linienbusses 21 zum Aussteigen auf. Nichts deutet auf ein Stadtzentrum oder eine heilige Stätte hin. Stattdessen: eine glühend heiße Beton-Sandwüste. 

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