Patrick Gensing

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Schlusslicht: "Klobürsteneinsatz" im "Gefahrengebiet"

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Gefahrengebiet in Hamburg

"Klo, Klo, Klobürsteneinsatz" In Hamburg gibt es ein neues Symbol für den Widerstand gegen das umstrittene "Gefahrengebiet": die Klobürste. Demonstranten führen den Schrubber mit sich und skandieren "Klo, Klo, Klobürsteneinsatz". St. Pauli bleibt widerborstig.

Von Patrick Gensing, tagesschau.de

Während mittlerweile auch überregionale Medien das umstrittene "Gefahrengebiet" in Hamburg thematisieren und kommentieren, hat sich in St. Pauli ein neues Symbol des Widerstands entwickelt: die Klobürste.

Einige Leute wollten sich einen Spaß aus den Kontrollen machen und die polizeiliche Maßnahme ad absurdum führen. Daher packten sie kleine Tüten mit Petersilie, schmutzige Unterwäsche oder Gurken mit Zündschnur in ihre Rucksäcke, um das von der Politik und auch vielen Medien skizzierte Bild des "Demo-Terrors" ("Bild"-Zeitung) zu konterkarieren.

Ein junger Mann steckte sich eine Klobürste in die hintere Hosentasche. Tatsächlich wurde er - wie viele andere Personen - von der Polizei kontrolliert. Am 7. Januar zeigte das nachtmagazin Bilder, wie der Unbekannte mit erhobenen Händen durchsucht wird - und ein Polizist in voller Montur die Klobürste hervorzieht.

Fiete Stegers, NDR-Netzexperte, war einer der ersten, der die kuriose Szene in dem Bericht entdeckte und via Twitter teilte. Ob er damit der Urheber ist, lässt sich nicht mehr eindeutig nachvollziehen, auf jeden Fall nimmt die Legende von der Klobürste seitdem ihren Lauf in den sozialen Netzwerken.

Bilder mit Meister Yoda von Star Wars, der eine Klobürste wie ein Laser-Schwert hält und dabei sagt: "Das Gefahrengebiet wir beenden müssen!" oder ein Totenkopf mit gekreuzten Klobürsten verbreiten sich in rasender Geschwindigkeit. Im Netz mutierte die Polizei zur "Klolizei" und bei einer Spontandemonstration am Mittwochabend skandierten viele Menschen: "Klo, Klo, Klobürsteneinsatz!"

Bei einem Supermarkt am nördlichen Rand des Gefahrengebiets gebe es noch einige wenige Klobürsten, hieß es gestern Abend bei Twitter. Das Toiletten-Werkzeug ist gefragt wie nie, denn die Klobürsten-Aktion soll das Selbstbild symbolisieren, das viele St. Paulianer von sich haben: kreativ, unkonventionell und widerborstig.

Stand: 09.01.2014 14:34 Uhr

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