Niklas Willma

Freier Mitarbeiter beim sh:z, Neumünster

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Du möchtest eine Katze haben? Dann ist der Züchter in der Verantwortung | SHZ

Ein Punktrichter schaut sich eine Maine-Coon-Katze an. Größe, Farbe und Fell sind dabei wichtige Kriterien. FOTO: NIKLAS WILLMA

In den Holstenhallen zeigten 160 Aussteller mehr als 200 Katzen. Warum Züchter besonders in der Pflicht stehen.


Im 20. Jahr fand am Wochenende die Katzenausstellung des Vereins Delicat in den Holstenhallen statt. Uwe Mehler, der die Veranstaltung organisiert, ist froh darüber. Das Veterinäramt habe die Veranstaltung nach einer persönlichen Begehung abgesegnet, sagt er. „Katzen haben viel mehr Auflagen als Hunde“, sagt Mehler. Auch eine eigene Tierschutzbeauftragte soll dazu beitragen, dass die Ausstellung noch öfter in den Holstenhallen stattfinden kann. Dieses Mal präsentierten etwa 160 Aussteller mehr als 200 Katzen.


„Die Katzen hier haben keinerlei Stress“, sagt Uwe Mehler und zeigt auf einige Tiere, die gerade lang gestreckt in ihren mobilen Hütten, den Kennels, schlafen. „Eine der Auflagen ist, dass Katzen Rückzugsmöglichkeiten haben müssen“, berichtet er. So sind in vielen Kennels Höhlen oder Hängematten zu finden, auf denen sich die Tiere erholen können. An der Seite der Halle sitzen die sechs Richter, die die Katzen anhand verschiedener Merkmale bewerten sollen. „Das geht dann unter anderem um Größe, Farbe und Fell“, erklärt Mehler.


334 Besucher allein am Sonnabend

Allein am Sonnabend waren zur Zufriedenheit des Organisators 334 Besucher bei der Katzenausstellung. Zwei davon waren Annegret und Susanne aus Bad Bramstedt, die seit vielen Jahren auf einer solchen Veranstaltung sind. „Heute sind wir nur aus Interesse hier, wir haben ja schon Katzen zu Hause“, sagt Annegret lachend. Sie selbst habe früher eine norwegische Waldkatze gehabt, bei Susanne seien es zwei britische Kurzhaarkatzen. „Es sind schon viele schöne Tiere hier“, erzählen sie beim Gang durch die Halle. Aber beide sind sich einig: Die Züchter hätten eine Verantwortung, darauf zu achten, wohin sie ihre Tiere vermitteln. „Während der Pandemie wollten alle plötzlich Haustiere”, sagt Annegret. „Und als dann alle wieder raus durften, waren die Tiere überflüssig.“

Kerstin Marienfeld ist eine der Züchterinnen, die an der Ausstellung teilnehmen. Auch sie ist der Ansicht, dass Züchter eine besondere Sorgfaltspflicht bei der Vermittlung haben. „Ich muss die Leute kennen, denen ich meine Tiere anvertraue. Geld ist da ehrlich gesagt Nebensache.“

Marienfeld ist mit drei Katzen aus Trittau nach Neumünster gereist, alle erst zehn Monate alt. „Ich fahre generell nicht weiter als zu den Ausstellungen in Norddeutschland“, erzählt sie. Das erspare den Tieren den Stress von langen Fahrten. „Man sollte immer die Seite der Tiere sehen“, so Marienfeld. Während des Gespräches kommen zwei Interessenten auf sie zu, die sich nach möglichem Nachwuchs erkundigen. „Ihr könnt mich immer anschreiben und wir machen einen Termin, dann kommt ihr einfach vorbei“, gibt sie dem Paar mit. Persönlicher Kontakt zu den Haltern ihrer Katzen sei ihr sehr wichtig. „Ich komme auch gerne zu ihnen nach Hause und gebe Tipps”, sagt sie. Sie selbst habe 30 Jahre Erfahrung als Katzenhalterin, die gebe sie immer gern weiter.

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