Miriam Rupp

Gründerin, PR- und Storytelling-Expertin, Autorin, Berlin

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Gesagt, getan - Wie Marken mit Storydoing Kunden emotional binden

Wie können Brand Storys gelebt werden und was muss dabei beachtet werden? Wie Unternehmen mit Storydoing herausstechen können und es schaffen, ihre Kunden emotional abzuholen, lesen Sie hier.


Unternehmen, die mutig ihre Kunden auf eine emotionsgeladene Reise mitnehmen, verschaffen sich einen Wettbewerbsvorteil. Firmenwerte und Meilensteine hegen großes Potenzial für mitreißende Storys, die auf internen und externen Kanälen durch die Mitarbeiter erzählt werden können, die diese ermöglichen. Die Kunst ist es hierbei, sein Publikum so abzuholen, dass es sich mit der Geschichte identifizieren kann und somit in die Brand Experience miteinbezogen wird. Um das zu erreichen, muss sie nicht nur erzählt, sondern auch gelebt werden. Storydoing schafft genau das: eine mitreißende Markenwelt in Form eines Events aufzubauen, an dem die Brand Identität in die Tat umgesetzt wird. Folgende Beispiele aus den USA zeigen, wie Veranstaltungen Kunden inspirieren und motivieren können und das Narrativ des Unternehmens so in die Welt hinausgetragen wird.


Refinery 29's Füllhorn der Kreativität

Dreidimensionale Räume, die zweidimensional erscheinen, eine gigantische Schreibmaschine, auf denen Storys getanzt werden, und eine lebensgroße Schneekugel als Eintrittskarte in ein Winterwunderland. Zu ihrem interaktiven „Fun House" für Erwachsene lädt das Lifestyle-Magazin Refinery 29 seit drei Jahren als Teil der New York Fashion Week Style, Kultur- und Technologiebegeisterte ein. In 29 individuell gebrandeten Räumen werden Gäste durch diverses Storytelling, einzigartige Erfahrungen und neue Perspektiven inspiriert. Denn unter dem Motto „Turn it into Art" werden Begeisterte dazu ermutigt, Dinge in jedem Raum zu verwenden, um etwas Neues zu kreieren. Obwohl Räume von verschiedenen Markenpartnern gesponsert wurden, dürfte dies nicht allzu viele Besucher stören, da jeder seinem inneren Kind freien Lauf lassen darf. Diese kreative Erfahrung inspiriert dazu, auch außerhalb des Events Dinge in Kunst zu verwandeln. Für Unternehmen ist es also besonders interessant, mit Künstlern und Influencern zu kooperieren, um ihre Veranstaltungen unvergesslich werden zu lassen. Kreativität kennt dabei keine Grenzen - solange die Ideen zur Markenstory passen.


Firmenphilanthropie mal anders

„Die Informationen der Welt zugänglich und nutzbar machen - für alle Menschen, zu jeder Zeit" ist das ambitionierte Mission Statement von Google. Um dessen Wert Tag für Tag unter Beweis zu stellen, investiert das globale Unternehmen in verschiedenste technologische und soziale Initiativen. Bis zu fünf Millionen US-Dollar wurden als Teil der Google Impact Challenge für lokale Startups, Non-Profits und Förderprogramme gesteckt. Das Besondere: Es wurde den Anwohnern überlassen, an wen die Finanzspritze geht.


Um soziales Engagement zu maximieren, installierte der Tech-Gigant frei nach der Devise „wenn ich eh schon da bin" interaktive Poster, auf denen verschiedene Organisationen aufgelistet wurden. An Eingängen von Restaurants, Bushaltestellen und einem lokalen Food-Truck-Festival diskutierten Ansässige, machten sich schlau und stimmten durch simples Knopfdrücken ab. Dadurch erfuhren sie auf smarte Weise von lokalen Initiativen. Aktivismus wurde nicht nur gefördert, sondern auch für die Zukunft attraktiv gemacht. Veranstaltungen müssen also nicht immer nur an einem gewissen Ort stattfinden. Der Schlüssel zum Storydoing-Erfolg heißt: zum Mitmachen animieren und abholen. Offline-Events können gestreut, und weiterhin durch gebrandete Hashtags auf Social Media erweitert werden, um Zielgruppen zu Markenbotschaftern zu machen.


Storydoing kann nicht nur B2C

Aus einer Klinik auf dem Land, in der Stadt und in einer Notaufnahme in Afrika erzählen Ärzte Geschichten. Live. Vor über 700 Zuschauern. Auf einem Event der GE: Healthymagination tauchten Branchenfachleute umgeben von Film-Sets in die Welt der fehlenden medizinischen Grundversorgung ein. Dort erlebten sie hautnah, wie die Technologie der GE hilft, die Versorgung in verschiedenen Einsatzgebieten zu verbessern. Das Ziel dieser Kampagne war es, einen Dialog über den Zugang zu ärztlicher Behandlung in Entwicklungsländern zu entfachen. Mit Storydoing wurde so erreicht, dass Interessengruppen direkt in das Geschehen versetzt werden konnten, um eine emotionale Echtzeiterfahrung mit den Ärzten Vorort zu machen. Das Ergebnis: Innovation im Gesundheitswesen wurde vermittelt, der Elendsmüdigkeit entgegengewirkt und über das Event hinaus Gespräche angeregt. Auch über schwierige Themen kann gesprochen werden - es kommt nur auf die richtige Präsentation an.

Herausstechen und für Gesprächsstoff sorgen

Storytelling kreiert eine Markenwelt mit Werten, Zielen und einer Geschichte, mit der sich die Zielgruppe identifizieren kann. Darauf aufbauend können Unternehmen Gäste direkt in das Geschehen ihres Narrativs eintauchen lassen. Durch kreative, innovative und vor allem unterhaltsame Ideen beschränkt sich Storydoing nicht nur auf B2C-Markenevents, sondern ist vielseitig anwendbar. Der richtige Ansatz inspiriert die Zielgruppe, lässt sie Neues entdecken und motiviert dazu, für zum Beispiel eine gute Sache einzustehen. Um sein Publikum abzuholen, ist es wichtig, ihre Bedürfnisse und Ziele genauestens zu kennen. Mit Träumen als Blaupause, wird hier echter Mehrwert kreiert.


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