Miriam Rupp

Gründerin, PR- und Storytelling-Expertin, Autorin, Berlin

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3 TED-Vorbilder für gelungenes Storytelling in Reden

Reden können spannend sein, mitreißen, begeistern und in Erinnerung bleiben. Martin Luther King Jr.s „I Have a Dream", die berühmte Stanford-Rede von Steve Jobs oder Barack Obama haben es vorgemacht. Doch was macht eine Rede erfolgreich? Wie Redner die Leute in ihren Bann ziehen, lässt sich immer wieder bei TED Talks, der bekanntesten Vortragsreihe der Welt, beobachten. Wissenschaft, Kunst, Wirtschaft - dank Storytelling schaffen die Redner es, die Zuhörerschaft in ihren Bann zu ziehen. Diese drei TED-Talks zeigen, wie man Menschen faszinieren kann.

Joe Sabia tritt mit seinem Tablet auf die Bühne und hält in etwas mehr als drei Minuten einen Vortrag, der im Gedächtnis bleibt. „Es war einmal im 19. Jahrhundert in Deutschland ..." Was dann folgt, ist eine beeindruckende Rede. In seinem Vortrag geht es nämlich weniger darum, was er erzählt, sondern vielmehr, wie er es erzählt. Nur mit einem Tablet und einer Leinwand schafft er es, sein Publikum in seinen Bann zu ziehen. Mit Hilfe von Sound-Effekten, Musik, Videos, Fotos und Bildern nimmt er die Menschen mit auf eine Reise und zeigt, was mit Multimedia alles möglich ist. Indem er Augen und Ohren anspricht, ist es den Zuhörern möglich, sich auf den Weg in eine andere Welt zu begeben und die Story mit allen Sinnen zu erleben.


Humor zählt wohl zu den Königsdisziplinen. Auswendig gelernte Witze und Pointen wirken schnell peinlich. Wie es richtig geht, zeigt Maysoon Zayid. Die amerikanische Stand-Up-Comedian und Schauspielerin erzählt von ihrem Leben mit infantiler Zerebralparese. Sie beschreibt sich selbst als eine Mischung aus Shakira und Muhammad Ali und macht deutlich, dass ihre Krankheit für sie nur eins von vielen anderen Problemen ist. Sie ist eine Frau, kommt aus Palästina, ist Muslima und lebt in New Jersey. Doch statt Mitleid erntet sie vor allem Lacher und unterhält gekonnt das Publikum. Dazu greift sie nicht etwa auf plumpe Witze zurück, sondern erzählt Anekdoten aus ihrem eigenen Leben. So beschreibt sie mit Humor, wie aus dem Kind, dass erst mit fünf Jahren laufen lernte, eine Stand-up-Comedian in Highheels wurde. Storytelling mit Witz bewirkt, dass der Zuschauer nicht das Interesse verliert, überrascht wird und sich in der ein oder anderen lustigen Alltagsgeschichte vielleicht sogar wiederfinden kann.


Nicht nur Humor kann dafür sorgen, dass eine Rede in Erinnerung bleibt. Es geht darum, Emotionen zu erzeugen und die Zuhörer mitzunehmen. Am besten gelingt dies mit persönlichen Geschichten, in denen sich andere wiederfinden können. Autor Jarrett J. Krosoczka macht es in seinem TED-Talk deutlich und setzt gezielt seine eigenen Erinnerungen ein, um die Leute zu faszinieren. Er erzählt, wie er es schaffte, trotz einer schwierigen Kindheit seinen Traum, Kinderbuchautor und Zeichner zu werden, zu verwirklichen. Dabei verliert Krosoczka nie den roten Faden und nimmt das Publikum mit auf eine Reise durch sein Leben. Mit seiner ehrlichen und unverblümten Art können sich die Zuschauer mit ihm identifizieren, seine Erlebnisse nachempfinden und mitfühlen. Das Geheimnis des Storytellings ist hier, eine spannende Entwicklung und eine emotionale Dynamik zu entwickeln. Denn nur Geschichten, die Emotionen wecken, können ein Auditorium fesseln und ihm im Gedächtnis bleiben. Erst wenn man versteht, was einen Menschen antreibt, was seine Ziele sind und welchen Herausforderungen er gegenübersteht, kann man mitfiebern und ist bereit der Geschichte zu folgen.

Fazit: Mut zu Neuem

Storytelling in Reden einzubinden, ist leichter als gedacht. Drei einfache Tipps können schon dabei helfen. So sollten multimediale Angebote klug in den Vortrag eingebunden werden, um mit Tönen, Bildern und Musik neue Reize zu setzen und die Aufmerksamkeit der Zuhörer zu sichern. Zudem sollte man auf Emotionen setzen. Denn sie sorgen dafür, dass eine Geschichte nicht nur gehört, sondern erlebt, nachempfunden und in Erinnerung behalten wird. Schafft man es dann noch, geschickt eine amüsante Anekdote aus dem eigenen Leben einzubauen, steht einer mitreißenden Rede nichts mehr im Weg.

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