Michaela Strassmair

Reisejournalistin, Fotografin, Ebersberg bei München

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Skiurlaub für Kulturinteressierte

Mitten in Innsbruck startet die Gondel auf die Nordkette - ein Geheimtipp für Freerider

Der Winterurlaub stellt für Familien oft eine Herausforderung dar: Vater und Sohn sind leidenschaftliche Skifahrer und wollen jeden Tag auf die Piste, der Mutter schmerzen am dritten Tag die Oberschenkel und sie möchte eine Pause einlegen und die heranwachsende Tochter hat bereits am Vormittag keine Lust mehr.


Für diese unterschiedlichen Interessenlagen hat Tirols Landeshauptstadt Innsbruck zusammen mit 13 umliegenden und meist kleineren Skigebieten ein rettendes Konzept entwickelt: der erste ganzheitliche Skipass der Alpen.


Winterurlaub mit Mehrwert

Der „Ski Plus City Pass" kostet kaum mehr als ein normaler Skipass in den 13 Skigebieten, beinhaltet aber auch den einmaligen Eintritt zu 22 Sehenswürdigkeiten sowie in drei Schwimm-und Spaßbäder im Großraum Innsbruck. Kostenlose Fahrten mit öffentlichen Bussen im Halbstundentakt sind inklusive, welche alle 13 Skigebiete und Erlebnisangebote verbinden.


Das bedeutet: Winterurlauber können ohne schlechtes Gewissen auch mal eine Auszeit vom Skifahren nehmen und auf Erkundungstour abseits der Pisten und außerhalb des Hotels ohne zusätzliche Kosten und Benützung des Autos gehen.


Bergisel-Schanze, Swarovskis Kristallwelten, kaiserliche Hofburg

Denn einmalige Besuche wie des ältesten Museums der Welt - Schloss Ambras -, der olympischen Skisprungschanze Bergisel, die von der Stararchitektin Zaha Hadid entworfen wurde oder auch von Swarovskis Kristallwelten, die als meistbesuchte Sehenswürdigkeit Tirols gelten, sind mit der Verbundkarte kostenlos möglich.


Wenn es stürmt und schneit, regnet oder eiskalt ist, könnte ein Winterurlaubstag also folgendermaßen aussehen: Nach dem Vormittag auf der Piste geht es via Bus nach Innsbruck in die prunkvolle kaiserliche Hofburg, zum historischen Stadtturm und dem berühmten Goldenen Dachl, danach zum Relaxen und Abtauchen in eines der Schwimmbäder und am Abend folgt eine beleuchtete Nachtrodelpartie in einem der Skigebiete.


Gemütliche Geheimtipp-Skigebiete

Die neue Verbundkarte bringt auch mit sich, dass das Hotel nicht unbedingt im Skigebiet liegen muss und Urlauber auch kein Auto brauchen. Wer lieber in der Universitätsstadt mit ihren 130.000 Einwohnern wohnt, kann jeden Tag mit dem Bus unkompliziert wechselnde Skigebiete anfahren, denn alle 13 sind in zehn bis maximal 45 Minuten von Innsbruck aus erreichbar.


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Diese Flexibilität ist für Skifahrer und Wiedereinsteiger interessant, die nicht nur in großen Skigebieten wie dem Stubaier Gletscher carven wollen, dem größten Gletscherskigebiet Österreichs, sondern auch kleinere und gemütliche Skiberge kennenlernen möchten.


Schlick 2000: Skigebiet mit höchster Hüttendichte

Dazu zählt beispielsweise Schlick 2000, das am Eingang des Stubaitales in Fulpmes liegt, umringt von der spektakulären Felsformation Kalkkögel. Das Besondere an dem Gebiet mit Nordausrichtung ist das Verhältnis von Bergbahnen zu Einkehrmöglichkeiten auf der Piste: Elf Lifte und neun Hütten garantieren eine gesellige Atmosphäre.

Kühtai: Schneeloch ab 2020 Metern

Als Schneeloch gilt auch Österreichs höchstgelegener Skiort Kühtai auf 2020 Metern, dessen insgesamt zehn Lifte sich auf zwei gegenüberliegende und weitläufige Gebirgsflanken verteilen. Olympische Abfahrtengibt es in den Geheimtipp-Gebieten Axamer Lizum und Patscherkofel.


Bergeralm: Eine der größten Nachtski-Arenen Europas

Das Skizentrum Bergeralm gilt als eine der größten Nachtski-Arenen Europas. Unter der Wertung „klein, aber fein" laufen die für Nicht-Tiroler nur schwer aussprechbaren Gebiete Oberperfuss - Rangger Köpfl und Glungezerbahn im Ort Tulfes, das über 22 Pistenkilometer verfügt.


Gondel startet mitten in Österreichs größter Alpenstadt

Mit der ungewöhnlichen Kombination von Skispaß mitten in der Stadt kann Innsbruck aufwarten. Der weltweit einzige Incity Snowpark kommt bei Snowboardern und Freeskiern gut an und die Nordkettenbahnen bei Tiefschneefreaks und Freeridern. Denn sie führen in ein Gebiet mit extremen Abfahrten zu denen auch eine der steilsten Skirouten Europas gehört - stets mit Blick auf die direkt darunter liegende Hauptstadt Tirols.


Zukunftsfähiges Konzept in Zeiten des Klimawandels

Mit dem Zusammenfassen kleiner und ums Leben kämpfender Skigebiete sowie Kultur, Wellness und Sightseeing zu einem Angebot beschreiten die Tiroler einen neuen Weg, um der Konkurrenz der Mega-Skigebiete mit ihren Hunderten von Pistenkilometern und Armeen von Beschneiungsanlagen sowie dem Klimawandel zu begegnen.


Das ganzheitliche Ticket gilt von Oktober bis Mai und garantiert dank des Stubaier Gletscherskigebietes durchgehend Skivergnügen, aber eben auch abwechslungsreiche und wetterunabhängige Erlebnisse in der Stadt. Auch in der Nebensaison im Herbst und Frühjahr kann der Ski Plus City Pass für Fahrten mit den Bergbahnen genutzt werden, was für Wanderer und Mountainbiker interessant ist, die im Urlaub neben Natur auch Kunst und Kultur erleben wollen.

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