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Dresdens Dynamite | Ätna live in Hamburg

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ÄTNA. Foto: Josefine-Schulz

Noch nie hat eine mir völlig unbekannte Band mich live so schnell und nachhaltig für sich eingenommen. Ich wusste nichts von Ätna, aber irgendetwas hatte mich wohl an dem Soundschnipsel überzeugt, den ich morgens bei der Planung des Tages anhörte - fast komplett unbedarft stolperten wir also beim Reeperbahn Festival 2017 in die Prinzenbar. Mal sehen, was da kommt, typisches Setup aus Keyboarderin/Sängerin und Schlagzeuger; wird wohl netter Elektroindiepop ...? Vielleicht aber, ganz vielleicht, im Idealfall sogar eine Offenbarung wie seinerzeit Me and my Drummer, die damals auch dem Erwartbaren etwas mehr einflößten, das sie herausstechen ließ.


Und es wurde auch bei Ätna eine der seltenen Offenbarungen. In einer furiosen, ungewöhnlich laut abgemischten Show demonstrierten Inéz Schäfer und Demian Kappenstein ihren einzigartig klingenden, nennen wir ihn mal ‚dynamic Indiepop+ extended'. Sie oft mit beinahe diabolischen Verzerrungseffekten auf ihrer Stimme, er im stetigen Fluss zwischen skippenden Polter- und Jazzdrums über vielfarbigen Songs mit arabesken Kapriziosen und immer wieder befeuert von unerwarteten Überraschungseffekten. Ob eine glasklare Familienode wie „Remission" oder die bratzige Powerpopansage „Shut Your Mouth": noch mal, Ätna ist etwas ganz Eigenes, das wahrscheinlich nur im Livesetup zur vollen Kraft gelangen kann. Die wenigen bisher erhältlichen Studioaufnahmen werden dem Duo nicht gerecht.


(...)


Ätna auf Tour:

23.10. Dresden, Schauburg (DAVE Festival) 24.10. Hannover, Faust 25.10. Hamburg, MS Stubnitz 26.10. Berlin, Silent Green 27.10. Münster, Gleis 22 28.10. Bochum, Christuskirche

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