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Fünf gegen Trump

Anne Wills Gäste deuten die Außenpolitik des US-Präsidenten. Das klappt nur bedingt - das System Talkshow braucht einen neuen Zugang zum Phänomen Trump.

Kein Mensch kennt den Namen des montenegrinischen Premierministers. Aber viele Menschen kennen inzwischen seinen Gesichtsausdruck, wenn von hinten Donald Trump ankommt - und ihn wenig zart zur Seite schiebt. Die Filmsequenz der Rüpelei beim jüngsten Nato-Treffen eröffnet diese Sendung von "Anne Will". Was dann folgt, lässt sich in drei Abschnitte unterteilen. Beginnen wir mit der Apokalypse.

Die Apokalypse trägt das lockige Haar offen und spricht mitunter etwas schrill. Die US-amerikanische Philosophin Susan Neiman beklagt, dass Trump sein Land in der westlichen Wertegemeinschaft isoliere. Die kritiklose Anbiederung an Saudi-Arabien. Die oberlehrerhaft vorgetragene Kritik an den Nato-Staaten. Der desaströse G7-Gipfel. "Europa muss nun westliche Werte verkörpern und verteidigen", sagt Neiman. "Von den Republikanern wird das nicht mehr gemacht."

Das Problem: Was oder wer genau eigentlich Europa ist, sagt Neiman nicht. Und auch sonst beschränken sich ihre Ausführungen größtenteils auf kurze Feststellungen wie: "Politik kann Trump nicht." Das sind Einschätzungen, die derzeit viele Menschen teilen - gerade in Deutschland. Das ist aber alles auch nicht neu. Kommen wir deshalb zur zweiten Teilüberschrift der Sendung: Hoffnung.

Die Hoffnung trägt das graue Haar kurz und gehört fest zum bundesdeutschen Talkshow-Mobiliar. Norbert Röttgen, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, analysiert Trumps ruppigen bilateralen Kurzkontakt mit dem Montenegriner wie folgt: "So ist er, so war er immer, so ist die Persönlichkeit. Und er wird sich auch nicht mehr ändern."

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