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Die gute Mischung von Hertha BSC

"Ich habe es nicht geschafft", sagte Ante Covic. Das Stadion habe er nicht im Alleingang voll bekommen, 40.000 Zuschauer erwartet Hertha BSC am Sonntag (18 Uhr, Live bei Sky) gegen den VfL Wolfsburg. "39.000 sind davon auf meinem Mist gewachsen sind", fügte Covic mit einem Lachen hinzu. Gegen die Niedersachsen feiert der gebürtige Berliner sein Debüt als Cheftrainer im Olympiastadion, in dem er als Spieler zwischen 1996 und 2000 auflief. Viele seiner "engsten" Wegbegleiter werden dann auf den Rängen sitzen, Covic spüre eine "positive Anspannung". Im Mittelpunkt stehe aber das Spiel an sich. Hertha wolle den Punkt vom Bundesliga-Auftakt in München "vergolden".

Dabei helfen soll auch der Teil der Mannschaft, der in den bisherigen beiden Ligaspielen am meisten überzeugt hat. Das zentrale Mittelfeld bestehend aus Marko Grujic, Vladimir Darida und Ondrej Duda sorgte beim klaren Pokal-Erfolg gegen den VfB Eichstätt gleichermaßen für Ordnung und Torgefahr, beim Auswärtsspiel beim FC Bayern initiierte das Trio eine Handvoll guter Umschaltmomente. "Mit den drei Spielern decken wir relativ viel von dem ab, was gefragt ist", sagt Covic zu den drei Spielern.

"Wir haben einen großgewachsenen Spieler mit Marko Grujic, der viele Kopfbälle gewinnt, falls der Gegner mit langen Bällen agiert" - oder mit einem gewonnen Kopfballduell selbst einen gefährlichen Angriff einleiten kann, wie vor seinem Treffer zum 2:1 in München. "Vladimir Darida stopft extrem viele Löcher, weil er pro Spiel so viele Meter macht" - beim FC Bayern waren es 13,23 Kilometer, kein Spieler lief ligaweit am ersten Spieltag mehr. Und mit Ondrej Duda habe Hertha "einen Ausnahmespieler, der für besondere Momente im Stadion zuständig ist", sagt Covic. Der Slowake war in der vergangenen Saison mit elf Toren Herthas bester Torschütze.

So unterschiedlich die drei Spieler individuell sein mögen, so eine sie laut Covic auch etwas: "Alle drei spielen sehr gerne Fußball und wollen immer den Ball haben, was sehr wichtig ist im mittleren Sektor. So haben wir eine gute Mischung." Die guten Leistungen dieses Trios hatten bislang zur Folge, dass Neuzugang Eduard Löwen, für den Hertha im Sommer dem Vernehmen nach siebeneinhalb Millionen Euro nach Nürnberg überwies, noch gar nicht zum Einsatz kam. Nach der U21-Europameisterschaft, auch da spielte Löwen keine Sekunde, stieß der 22-Jährige mit reichlich Verspätung zur Sommervorbereitung von Hertha.

Covic lobt Löwen ausdrücklich

In München ersetzte Routinier Per Skjelbred in der 78. Minute Ondrej Duda. Die körperlichen Defizite seien nun aber weitestgehend wettgemacht, so lobt Covic Löwen ausdrücklich: "Ich hatte vor zwei Tagen ein Gespräch mit ihm. Da wollte ich untermauern, dass er mir immer besser und besser gefällt. Ich habe das Gefühl, dass er immer näher und näher an die Startelf heranrückt."

Wolfsburg ist dabei ein Gegner, mit dem sich Hertha vom Leistungsniveau und im Hinblick auf die Voraussetzungen für die Saison messen möchte: "Auf beiden Seiten stehen neue Trainer, die sechs Wochen Vorbereitungszeit hatten und ein paar veränderte Systeme eingeführt haben. Die Frage wird sein, welche Mannschaft schneller eingespielt wirkt." Auch der VfL legte einen guten Saisonstart hin. In Halle kam Wolfsburg nach Verlängerung weiter (5:3), der Bundesliga-Auftakt gegen den Aufsteiger aus Köln wurde gewonnen (2:1). Michael Preetz erwartet nicht nur deshalb einen "unangenehmen, aggressiven und spielstarken Gegner". Das ändere jedoch nichts an Herthas klarer Ausrichtung: "Wir wollen ihn unser Spiel aufdrücken", sagt Covic.

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