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Kommentar: Dárdai muss sich trotz der Verlängerung beweisen

Jetzt ist es offiziell: Naja, wobei. Für Herthas Manager Michael Preetz gab es da gar nicht viel zu verkünden. Man habe ein bestehendes Arbeitsverhältnis, spreche kontinuierlich und deswegen es sei auch der Plan, das Pál Dárdai „heute, morgen und auch in der nächsten Saison der Trainer Profi-Mannschaft sein soll.“


Nun war es Manager Michael Preetz, der nach dem ernüchternden Ende der Hinrunde nicht mit seiner Kritik hinter dem Berg hielt. Er war enttäuscht vom Auftreten seiner Mannschaft, der es immer wieder an Einstellung und Mentalität fehlte.


Während Preetz die Hinrunde mit geteilter Meinung bewertete, beharrte Dárdai auch öffentlich immer wieder darauf, dass die 24 Punkte trotz der Verletzungsmisere „eine riesen Sache“ sein. In den letzten Tagen wurde immer mehr über mögliche 


Meinungsverschiedenheiten zwischen Trainer und Manager diskutiert. Die Rückrunde wurde von wenigen Medien bereits als Schickssalsrunde für Dárdai ausgerufen.


Dass Hertha die Weichen schon vor dem Sieg in Nürnberg gestellt hat, ist eine gute Entscheidung. Denn bei der Alten Dame schätzt man sehr wohl, dass Dárdai den Klub als Abstiegskandidaten übernahm und nun langfristig im Tabellenmittelfeld ansiedeln konnte. Dabei spielt Hertha mitnichten immer ansehnlichen Fußball. Auch das kritisierte Preetz zuletzt. Allerdings zeigte der Hauptstadtklub in der Hinrunde bereits fußballerische Ansätze, die zuvor in der Dárdai-Amtszeit gefehlt haben.


Auch in Nürnberg spielte sich Hertha drei schöne Tore heraus. Nun liegt es eben auch am Trainer, diese Entwicklung voranzutreiben und Erfolg und das schöne Spiel möglichst schnell in Einklang zu bringen. Denn Preetz weiß auch, dass in einer Stadt wie Berlin vermutlich nur so auf Dauer mehr Zuschauer generiert werden können. Für Spiel am Freitag gegen Schalke 04 werden beispielsweise nur 45.000 Besucher im Olympiastadion erwartet. An diesem Anspruch muss Dárdai sich nun messen, zumal diverse Spieler seine Mannschaft fußballerisch enorm viel Potenzial bieten.


Der Rekordspieler kann also auch in der internen Liste der Rekordtrainer weiter aufsteigen. Das Vertrauen des Klubs hat er, nun muss er es zurückzahlen. Gut möglich, dass das alleinige Erreichen des als Ziel ausgerufenen einstelligen Tabellenplatzes nur dann genügt, wenn sich Hertha dabei zeitgleich vom langjährigen Ergebnisfußball emanzipiert.


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