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Rothmundstraße 3: Sanierung nach 120 Jahren

Rothmundstraße 3: Von außen ist der Sanierungsbedarf besonders an den Fenstern zu sehen. Foto: Linda Jessen

Nach über hundert Jahren soll das Haus in der Rothmundstraße 3 zum ersten Mal saniert werden. Die Entwicklung des Konzepts zog sich über einige Jahre hin.

Isarvorstadt - Das Haus in der Rothmundstraße 3 hat viel erlebt: Die Monarchie unter Prinzregent Luitpold, zwei Weltkriege, den Wiederaufbau, die 68er, die Wiedervereinigung. Eine Sache fehlt dem Anwesen, das 1896 errichtet wurde, aber noch: eine anständige Sanierung. Die hat der Sozialausschuss im Stadtrat jetzt beschlossen.

Nach 119 Jahren ohne nennenswerte Sanierungs- oder Modernisierungsmaßnahmen ist das Anwesen in einem entsprechend desolaten Zustand, sowohl die Statik als auch die Bausubstanz lassen zu wünschen übrig.

Das Kommunalreferat hat bereits 2010 ein umfassendes Konzept entwerfen lassen, die Kostenschätzung lag zwischen 1,5 und 2 Millionen Euro. Allerdings stand damals die Übernahme der Verwaltung durch die Gewofag bevor. Die Sanierung war vorher zeitlich nicht mehr machbar.

Die Kosten sollen bei rund 2,4 Millionen liegen Stattdessen sollte die Gewofag nach der Übernahme im Januar 2012 an das Konzept anknüpfen. Im Januar 2014 beauftrage das Sozialreferat die Gewofag mit der Durchführung eines Sanierungskonzeptes, das im Mai 2014 vorlag. Das nun beschlossene Paket beinhaltet eine Sanierung von Kopf bis Fuß und den Einbau von zwei zusätzlichen Wohnungen im Dachgeschoss.

Die Liste ist lang: Die völlig maroden Sanitär- und Elektroleitungen werden ausgetauscht. Der Dachstuhl wird erneuert und gedämmt, Kaminschächte werden abgebruchen, Böden ausgebessert, Fenster ausgetauscht, die Hofmauer und Fassade werden saniert und neu angestrichen. Brandschutz und sicherere Teppe stehen ebenfalls auf der Liste, genau wie der Austausch der kaputten Balkone. Und das ist nur eine Auswahl. Kostenpunkt: Rund 2,4 Millionen Euro. Für die kommt allerdings nicht die Stadt auf.

Der 1975 verstorbene Anton Ehrlichbauer hat der Stadt das Haus vermacht. „Die Bewohner müssen im Hause bleiben dürfen", verfügte er in seinem Testament. Ein Mietverhältnis ist noch übrig aus der Zeit Ehrlichbauers. Zusätzlich verfügte er, dass seine Vermögenswerte einer gemeinnützigen Stiftung zugute kommen sollen. Der „Stiftungsfonds Ludwig und Lina Petuel", die Einzelfallhilfen für „bedürftige, blinde, krüppelhafte und altersschwache Menschen" gewährt, wurde schließlich ausgewählt.

Die Finanzierung der Sanierung wird aus den Mitteln der Stiftung gedeckt. Da das Haus unter Denkmalschutz steht sind Förderungen aber möglich. Mit einem Baubeginnt rechnet das Sozialreferat Mitte 2016. Dann ist das Haus 121 Jahre alt.

Insgesamt neun Wohneinheiten gibt es, fünf davon standen bis Anfang des Jahres leer. Die Stadt stellte sie daher Condrobs zur Zwischennutzung zur Verfügung. Seit 1. Januar sind jugendliche Flüchtlinge dort untergebracht.Baubeginn ist vorraussichtlich Mitte 2016 zu rechnen.

Insgesamt neun Wohneinheiten gibt es, fünf davon standen bis Anfang des Jahres leer. Die Stadt stellte sie daher Condrobs zur Zwischennutzung zur Verfügung. Seit 1. Januar sind jugendliche Flüchtlinge dort untergebracht.

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