1 Abo und 0 Abonnenten
Artikel

Muss es denn immer Microsoft sein?

Alles hängt bei Microsoft miteinander zusammen. Davon fühlen sich Wettbewerber benachteiligt. Auch die EU ermittelt. © [M] Alexander Hoepfner/​ZEIT ONLINE

Frank Karlitschek fühlt sich unfair behandelt. Einmal im Monat sortiert der Unternehmer deshalb die Informationen, die er über seinen Konkurrenten zusammengetragen hat, und wählt sich in eine Videokonferenz ein. Den Vertretern der EU-Kommission, die auf den Bildschirmen erscheinen, versucht er dann zu belegen, warum das wertvollste Unternehmen der Welt gegen die Regeln verstößt - und damit seiner eigenen Firma schadet.

Der Gegner, den sich der Softwareunternehmer aus Stuttgart vorgeknöpft hat, könnte kaum mächtiger sein. , der Anbieter von Programmen wie Word, Excel, Powerpoint und vielem mehr, dominiert den Markt für Bürosoftware. 85 Prozent der deutschen Unternehmen nutzen laut einer Studie von Nielsen Company die Office-Produkte von Microsoft. Und genau da liegt das Problem. Denn auch Frank Karlitscheks Unternehmen Nextcloud bietet Bürosoftware an. Mit den Diensten von Nextcloud können Unternehmen etwa Daten in der Cloud speichern oder über Video telefonieren. Das macht ihn zu einem direkten Konkurrenten von Microsoft. Nur dass der Konzern, so lautet Karlitscheks Vorwurf, seine Macht missbrauche und sich im Wettbewerb illegal Vorteile verschaffe. Und damit keinen Platz mehr lässt für einen kleinen Anbieter wie ihn.

Zum Original