Larissa Holzki

Redakteurin Süddeutsche Zeitung, München

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Die erfolgreichsten Menschen sind nicht immer die klügsten

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Teambesprechung: Anderen Anweisungen geben zu dürfen, ist eine Folge von harter Arbeit und Optimismus, sagt die Headhunterin Claudia Ohainski. Aber Glück könne die Karriere beschleunigen. (Foto: imago/Westend61)


Wer talentiert ist, kann aus eigener Kraft viel erreichen. Manchmal aber hilft auch der Zufall nach. Und der lässt sich provozieren.

Der Mensch neigt zur Selbstüberschätzung. Die schlechte Prüfungsleistung? Pech mit der Aufgabenstellung. Die Beförderung zum Abteilungsleiter? Leistung setzt sich durch. Wenn es hakt in der Karriere, ist das Schicksal. Wenn es vorangeht, bestätigt es die Kompetenz. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Personalverantwortliche Gemeinsamkeiten mögen: den Bewerber von der eigenen Uni, die Kandidatin aus der Heimatstadt. Bewerber mit deutschem Namen sind ohnehin im Vorteil. Und manchmal reichen Menschen einfach zur richtigen Zeit ihren Lebenslauf ein oder lernen ihren Chef im Zugabteil kennen.

Setzt sich Talent am Ende trotzdem durch? Die Physiker Alessandro Pluchino und Andrea Rapisarda und der Ökonom Alessio Biondo von der Universität Catania in Sizilien wollten das genauer wissen. In einer Simulation haben sie eine fiktive Gesellschaft nachgebildet: Ein paar Personen machten sie superschlau und kompetent, viele durchschnittlich talentiert, wenige dumm. Zu Beginn brachte in dem Modell jeder die gleiche Leistung, die in Einkommen gemessen wurde.

Aber dann streuten die Wissenschaftler alle sechs Monate zufällig Glück und Pech aus: Ein Autounfall etwa reduzierte die Leistung um die Hälfte, eine innovative Idee konnten die Personen je nach Fähigkeiten unterschiedlich gut in Erfolg umsetzen. Nach 40 fiktiven Jahren zeigte sich: Wer talentiert ist, wird mit größerer Wahrscheinlichkeit erfolgreich sein. Die Erfolgreichsten sind aber meist durchschnittlich schlau und haben besonders viel Glück.

Ein Modell kann die Wirklichkeit nie vollkommen erfassen. Ein Ergebnis des Versuchs aber ist: Der Einfluss von Glück auf die Karriere ist nicht zu unterschätzen. Ein gewisses Maß an Talent braucht es jedoch auch.

Dominic Multerer ist so ein Beispiel. Eigentlich war er bloß Praktikant...

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