1 Abo und 0 Abonnenten
Artikel

Gelungenes Fest zum 70. Jahrestag der Befreiung von der Nazi-Diktatur auf der Münsterstraße in der Nordstadt

Als am 8. Mai 1945 die deutsche Wehrmacht bedingungslos vor der Übermacht der Alliierten kapitulierte, war das für viele ein Tag der Freude. Die Befreiung von Diktatur und Faschismus ließ bei vielen die Hoffnung auf eine bessere Welt aufkeimen, wie Ernst Söder in seiner Rede erinnerte.

Ernst Söder thematisiert in seiner Rede die Rolle der Justiz einst und jetzt

Der Vorsitzende des Fördervereins Steinwache kritisierte den Umgang der BRD mit seinem braunem Erbe. Söder berichtete von den vergebenen Chance der ehrlichen Aufbereitung der Verbrechen.

„Die Seilschaften der Nazis hatten in der jungen Republik Konjunktur." Die, die dennoch eine Bestrafung der Täter wollten, die sich hinter Pflichterfüllung und Befehlsnotstand versteckten, hatten in dem Land mit erheblichen Widerständen zu rechnen.

So wie der Jurist Fritz Bauer. Der Generalstaatsanwalt initiierte in den frühen sechziger Jahren die Frankfurter Ausschwitzprozesse. Das Einsetzen Bauers für die Aufklärung der Verbrechen des Nationalsozialismus war in Justizkreisen stark umstritten, hatten doch viele seiner „Kollegen" noch ihren Dienst während der Diktatur verrichtet. Die Kritik an der Justiz führte Söder bis in die Gegenwart fort.

Das Fest bot eine gute Mischung aus Information und Unterhaltung

Dank juristischer Hilfe ist es immer wieder möglich, dass Neonazis, „unter dem Deckmantel der Versammlungsfreiheit", ihre verbrecherischen Parolen auf die Straße tragen können.

Für ein Verbot der NPD und der Partei „Die Rechte" spricht sich Söder an diesem Tag auf dem Platz vor der Josephskirche in der Münsterstraße aus.

Diese und sämtliche rechte Parteien Europas konnten die Kinder mit einem gezielten Wurf am Stand der Jusos vom Tisch fegen. Auf Bechern, die mit den Logos der Parteien versehen waren, standen die, zu Freude des Nachwuchs, zum Abwurf bereit.

Neben den vielen nachdenklichen Wortbeiträgen bot die Veranstaltung jede Menge Spaß und Unterhaltung, oft mit Bezug zum Jahrestag oder aktuellen politischen Missständen.

Dortmunder Punkband "Rasender Stillstand" zeigte starken Auftritt zum Abschluss

Fred Ape präsentierte seinen neues Stück, „Ich will meine Stadt nicht braun", das Ensemble Varna spielte Roma-Musik. Beim Auftritt kurdischer Musiker ging es auf dem Platz in der Nordstadt rund. Viele Besucher tanzten zu den Klängen von Pauken und Flöten im Kreis.

Dazwischen Lyrik, vorgetragen von Schauspieler Andreas Weißert und Renate Schmidt-Peters. Einen rasanten Abschluss des Friedensfestes präsentierte die Dortmunder Punkband „Rasender Stillstand".

Die Musiker um Sängerin und Gitarristin Frau Paula boten einen harten treibenden Sound mit nachdenklichen Texten. „Rasender Stillstand" so Paula, „bezeichnet den gegenwärtigen Zustand unserer Gesellschaft".

Veranstalter des gut besuchten und gelungenen Festes des Friedens und der Solidarität: Bündnis gegen Rechts, Friedensforum, Förderverein Steinwache, VVN-BDA und die Föderation der Demokratischen Arbeitervereine (DIDF)

Unterstützt wurde die die Veranstaltung von den Parteien SPD, Die Grünen, Die Linke und der DKP, Vereinen, Organisationen und den Gewerkschaften NGG und IG Bau.

Gefördert wurde die Veranstaltung durch die Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie der Stadt Dortmund.

Zum Original