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Quartiersspaziergang des Netzwerks IdEE Nordstadt zeigt Häuser in unterschiedlichen „Aggregat-Zuständen"

Zu einem Quartierspaziergang hat das Netzwerk IdEE-Nordstadt eingeladen. Nach dem erfolgreichen Rundgang zum Thema Thermografie vor einigen Wochen, sind auch diesmal wieder viele Eigentümer und andere Interessierte vor dem Haus an der Lortzingstraße Nr. 3 erschienen.

Der Rundgang zeigt Häuser in unterschiedlichen Phasen der Sanierungo

„Wir lernen heute Häuser in unterschiedlichen Aggregat-Zuständen kennen", verspricht Architekt Till Redenz Spannendes zu Beginn.

Gemeint sind Altbauten in der Nordstadt in unterschiedlichen Phasen ihrer Sanierung.

Das Haus in der Lortzingstraße ist ein frisch entrümpelter Bau, der seit 1999 leer steht.

Die Fassade bröckelt, Tauben haben hier über die Jahre Quartier bezogen. Eigentümer Werner Hüßler möchte hier barrierefreies Wohnen installieren.

Dazu bedarf es den Einbau eines Aufzuges in dem heruntergekommenen Haus mit der schönen Altbau-Fassade.

„Gerade in der Nordstadt gibt es einen Mangel an barrierefreien Wohnungen", hat Hüßler festgestellt und sieht gute Möglichkeiten zur Vermietung, wenn denn das Haus erst fertig hergerichtet ist. Bis dahin ist noch viel zu tun.

Der Nordstadt-Eigentümer Werner Hüßler denkt auch an seine Kinder

Der Eigentümer kalkuliert mit Kosten um die 800 bis 1000 Euro pro Quadratmeter in dem stark sanierungsbedürftigen 506 Quadratmeter großen Haus.

Dazu kommen noch zirka 100 000 Euro für die Maßnahmen zum barrierefreien Wohnen und natürlich der Kaufpreis.

„Ob ich jemals in den Genuss der Rendite komme, weiß ich nicht abzuschätzen", spekuliert der Mann, der schon mehrere Häuser in Dortmund saniert hat und sein Eigen nennt.

„Wohlmöglich werden meine Kinder einmal davon profitieren."

Nähe zur City und der große Bestand an Altbauten zeichnet den Wohnstandort Nordstadt aus

Gleich um die Ecke geht der Gang zu fertig renovierten Häusern in der Braunschweiger Straße. Die Bauten genießen, so wie auch die anderen Häuser in der Braunschweiger Straße, Denkmalschutz.

Bei der Sanierung galt es soviel wie möglich des ursprünglichen Zustands zu erhalten. Entstanden sind sehr schöne großeWohnungen durch Zusammenlegung.

Im Gegensatz zu der Nüchternheit eines Neubaus, verströmt die überall vorhandene Patina einen Hauch von Geschichte. Das interessiert auch ein „alternativ linksliberales Publikum", wie Eigentümer Andreas Laube festgestellt hat.

„Ein gut sanierter Altbau hat auch in der Nordstadt sehr gute Chancen der Vermietung, trotz des schlechten Rufes der dem Stadtbezirk anhaftet." Das sehen auch die anderen Eigentümer so. Für die Nordstadt sprechen die große Anzahl der schönen alten Häuser und die unmittelbare Nähe zur City.

Sanierung der „Schrottimmobilie" in der Alsenstraße „kostete" 12 Kilo Körpergewicht

Es wird viel diskutiert bei diesem Spaziergang, über Vor- und Nachteile der alten Holzbodenkonstruktionen und über die Farbgestaltung der Fassaden. Stichwort: Taxiweiß.

Letzte Station des Rundgangs ist ein Haus an der Alsenstraße, direkt am Schleswiger Platz. Hier hat Rechtsanwalt Jan de Bondt das Haus mit viel Eigenleistung saniert.

Das Haus das 1906 gebaut worden ist, war zuletzt im Besitz einiger Investoren aus dem Süddeutschen Raum. Die wunderten sich irgendwann nach sechs Jahren, dass immer noch keine Mieteinnahmen zu verzeichnen waren und veräußerten das mittlerweile stark heruntergekommene Haus.

Jan de Bondt griff zu und kaufte die „Schrottimmobilie" und entkernte das Gebäude komplett. Nach sieben Monaten Bauzeit und dem Verlust von 12 Kilo Körpergewicht konnte das Haus fertiggestellt werden.

Durch die Sanierung in Eigenregie konnte der Eigentümer die Kosten auf 500 Euro pro Quadratmeter inklusive Kaufpreis reduzieren.

Das Beratungsnetzwerk „IdEE-Nordstadt", „IdEE" steht dabei für „Innovation durch Einzel-Eigentümer", will Eigentümer unterstützen, an einem nicht immer einfachen Standort die richtigen Entscheidungen zu treffen - und dabei auch die Nordstadt insgesamt zu stärken.

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