Klaus-Dieter Thill

Betriebswirt, Autor, Fotograf, Düsseldorf

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Artikel

Tipps für Orthopäden: Strategisch planen mit SWOT / Anleitung

Worum es geht

Betriebsvergleiche zeigen, dass orthopädische Praxen ein deutliches strategisches Defizit aufweisen: lediglich knapp 20% der PraxisinhaberInnen geben an, den Handlungs-Rahmen für ihre Arbeit professionell festzulegen und zu überprüfen. Ein einfaches Instrument hilft hierbei.

Der SWOT-Nutzen

Die SWOT-Analyse ist deshalb in vielen Branchen so beliebt, weil sie

nicht nur durch die Form eines Aufschreibe-Verfahrens sehr leicht anzuwenden ist - man notiert die auf die eigene Praxis zutreffenden Aspekte einfach -, sondern vor allem, weil sie denjenigen, der sie anwendet, ins Nachdenken bringt.

Ziel der SWOT-Analyse ist, dass die Praxisarbeit einmal in ihrer Gesamtheit und aus einer Distanz betrachtet wird. Besonders aussagekräftig wird die Analyse, wenn auch die Medizinischen Fachangestellten gebeten werden, SWOT-Aspekte aufzulisten, um so zu einer Gesamtsicht zu gelangen.

Anleitung zur Strategie-Hilfe „SWOT"

Ein zur Identifizierung der für die Strategie-Entwicklung einer Praxis relevanten Fragen einfach einzusetzendes Instrument ist die SWOT-Analyse:

„S" steht dabei für „Strengths", „W" für „Weaknesses", hinzu kommt eine Erweiterung um eine perspektivische Beurteilung der Chancen einer Praxis („O" steht für „Opportunities") sowie ihrer potenziellen Bedrohungen („T" steht für „Threats").

Die Angaben über Stärken und Schwächen sind auf die Gegenwart und auf alle durch ein Praxisteam veränderbaren Dinge bezogen, die Annahmen über Chancen und Bedrohungen sind auf die Zukunft und die Punkte, die außerhalb der direkten Einflussmöglichkeit liegen, gerichtet. Mit folgenden Fragen lassen sich die relevanten Informationen für die vier Segmente ermitteln:

Stärken

Was läuft in meiner Praxis sehr gut? Welche positiven Merkmale hat sie? Was wird von den Patienten immer wieder lobend erwähnt? Was unterscheidet meine Praxis von anderen? Schwächen

Wo liegen Probleme?

In welchen Bereichen treten häufig Fehler auf? Womit bin ich / sind meine Mitarbeiter unzufrieden? Was kritisieren Patienten häufig? Bedrohungen

Gibt es praxisbezogene Faktoren, die sich zukünftig negativ entwickeln können? Kollidieren gesundheitspolitische Regelungen mit der Praxis-Strategie? Ändern sich die Anforderungen der Patienten an die Praxisarbeit? Chancen

Sind Veränderungen im Praxisumfeld geplant, die die Nachfrage nach Leistungen der Praxis steigern können?

Sind Patienten mit konkurrierenden Anbietern unzufrieden? Gibt es Trends, die man nutzen kann / sollte? Information zur Datenbasis für dIe Beiträge der Serie „UP! Ungenutzte Potenziale im Gesundheitswesen"

Grundlage der im Beitrag vermittelten Informationen sind die validierten und repräsentativen Management-Betriebsvergleiche unseres Instituts. Dienen derartige Untersuchungen normalerweise einer Einordnung der wirtschaftlichen Situation von Arztpraxen, bietet ein Management-Betriebsvergleich die Möglichkeit, Art, Intensität und Effekte der Praxisführung den repräsentativen Gegebenheiten der zugehörigen Fachgruppe sowie dem Best Practice-Standard gegenüberzustellen, d. h. denjenigen Regelungen, Instrumenten und Verhaltensweisen, die eine reibungslos funktionierende Praxistätigkeit gewährleisten. Dadurch werden Stärken, Schwächen, Bedrohungen und Chancen der täglichen Arbeit identifiziert. Im Mittel liefert ein Praxismanagement-Betriebsvergleich PraxisinhaberInnen 40 bislang ungenutzte Ansätze zur Optimierung der Praxisführung.

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