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Servicestück - Übersicht Corona-Verordnungen: Welche Regeln in den Bundesländern gelten

Die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten haben sich auf härtere Regeln im Kampf gegen Corona verständigt. Doch in der Umsetzung gibt es Unterschiede – und viele Ausnahmen. Was wo ab wann gilt. Eine Übersicht.


Die Sieben-Tage-Inzidenz soll unter die Marke von 50 gedrückt werden: Das ist weiterhin das erklärte Ziel der Bundesregierung. Die Nachverfolgung der Infektionen soll so wieder möglich sein. Am Dienstag haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefs der Länder daher auf eine Verlängerung des Lockdowns und eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen geeinigt.


Der bestehende Lockdown des Einzelhandels, der Gastronomie und Kulturstätten wird bis mindestens zum 31. Januar verlängert. Zudem sollen die Kontaktbeschränkungen noch einmal verschärft werden, und für Corona-Hotspots mit einer Inzidenz von über 200 soll künftig ein Bewegungsradius von 15 Kilometern um den Wohnort gelten. Die Bundesländer setzen diese Vorgaben allerdings nicht einheitlich um: Während es oft Ausnahmen für Kinder in den Kontaktbeschränkungen gibt, bleibt der Bewegungsradius in machen Länder eine Empfehlung. Hier sehen Sie, welche Regelungen in Ihrem Bundesland gelten:


Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg tritt die Regelung am Montag, 11. Januar, in Kraft.

Kontaktbeschränkungen: Der eigene Haushalt darf sich im öffentlichen und privaten Raum noch mit einer weiteren Person aus einem anderen Haushalt treffen. Kinder der beiden Haushalte bis einschließlich 14 Jahre werden nicht mitgezählt, um sogenannte Betreuungsgemeinschaften zu ermöglichen. Dafür dürfen Kinder aus maximal zwei Haushalten zusammen in einer festen, familiär oder nachbarschaftlich organisierten Betreuungsgemeinschaften betreut werden.


Bewegungsradius: Baden-Württemberg plant derzeit keine Regel, nach der sich Menschen aus Corona-Hotspots nur noch 15 Kilometer vom Wohnort entfernen dürfen. Allerdings gilt im ganzen Bundesland weiterhin, dass der Aufenthalt im öffentlichen Raum auch tagsüber nur aus triftigem Grund erlaubt ist. Damit sei „die Regelung insgesamt deutlich strenger als der Beschluss von Bund und Ländern“. Tagsüber sind triftige Gründe zum Verlassen der Wohnung unter anderem Sport und Bewegung an der frischen Luft sowie das Erledigen von Einkäufen. Zudem gilt in Baden-Württemberg auch weiterhin eine nächtliche Ausgangssperre von 20 bis 5 Uhr, die nur mit einem triftigem Grund, etwa zur Ausübung des Berufs, umgangen werden darf. Bewegung an der frischen Luft gilt während dieser Zeit nicht als ausreichender Grund.


Schulen und Kitas: Schulen und Kitas bleiben vorerst geschlossen. Für die Kinderbetreuung wird den Eltern jedoch im genannten Zeitraum bezahlter Urlaub ermöglicht. In Schulen gibt es eine Notfallbetreuung und Angebote zum Distanzlernen. Nur für Schüler in Abschlussklassen gibt es Unterricht vor Ort, „sofern dies zwingend zur Prüfungsvorbereitung erforderlich ist“. Eine Öffnung der Kitas und Schulen ist gegebenenfalls ab dem 18. Januar möglich, abhängig davon wie sich das Infektionsgeschehen entwickelt.


Bayern

In Bayern tritt die Regelung am Montag, 11. Januar, in Kraft.

Kontaktbeschränkungen: Auch in Bayern werden private Zusammenkünfte nur noch im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes und mit maximal einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person gestattet. Eine Ausnahme gilt für eine „wechselseitige, unentgeltliche, nicht geschäftsmäßige Beaufsichtigung für Kinder unter 14 Jahren in festen, familiär oder nachbarschaftlich organisierten Betreuungsgemeinschaften“.


Bewegungsradius: In Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von über 200 Fällen pro 100.000 Einwohner sind touristische Tagesausflüge über einen Umkreis von 15 Kilometern um den eignen Wohnort hinaus untersagt. Seit dem 16. Dezember 2020 gilt zudem bayernweit eine nächtliche Ausgangssperre von 21 Uhr bis 5 Uhr früh.


Schulen und Kitas: Die Kitas bleiben bis Ende Januar geschlossen. Eine Notbetreuung für Eltern, die ihre Kinder nicht selbst betreuen können, wird eingerichtet. Auch die Schulen bleiben bis Ende Januar geschlossen und der Distanzunterricht wird in allen Schulen und Jahrgangsstufen eingerichtet. Eine Notbetreuung wird für Kinder der Jahrgangsstufen 1 bis 6 sowie für Schüler der Förderschulen und Kinder mit Behinderungen angeboten. Das Bundesland kündigt zudem an, dass die Rückkehr zum Präsenzunterricht nach dem 31. Januar angestrebt wird. Diese soll nach Jahrgangsstufen gestaffelt erfolgen. Die geplanten Faschingsferien vom 15. bis 19. Februar entfallen.


Berlin

In Berlin sind folgende Regelungen bereits seit Sonntag, 10. Januar, in Kraft.

Kontaktbeschränkungen: Treffen sind nur noch mit Mitgliedern des eigenen Hausstandes sowie höchstens einer weiteren Person aus einem anderen Haushalt erlaubt. Bei Alleinerziehenden werden Kinder unter zwölf Jahren nicht mitgezählt.


Bewegungsradius: In Berlin gilt bislang kein 15-Kilometer-Radius für Hotspots. Allerdings darf die eigene Wohnung ohnehin nur aus wichtigen Gründen verlassen werden – etwa zum Einkaufen, zur sportlichen Betätigung oder zur Berufsausübung. Der Berliner Senat hat angekündigt, bei hohen Infektionszahlen am kommenden Dienstag zu prüfen, ob für die Hauptstadt eine neue Regel zur Einschränkung der Bewegungsfreiheit gelten soll.


Schulen und Kitas: Kitas dürfen lediglich „eine Notversorgung bei außerordentlich dringendem Betreuungsbedarf“ anbieten. Mit welchen Berufen Eltern Anspruch auf diese Betreuung haben, erfahren sie direkt bei ihrer Kita. An den Schulen wird es bis zum 25. Januar keine Präsenzpflicht geben.


Brandenburg

Die Regelungen gelten in Brandenburg seit Samstag, 9. Januar.


Kontaktbeschränkungen: Treffen sind nur noch mit Angehörigen des eigenen Hausstandes sowie höchstens einer weiteren Person aus einem anderen Haushalt erlaubt. Kinder bis zum vollendeten 14. Lebensjahr sind von dieser Regelung nicht betroffen.


Bewegungsradius: Der Bewegungsradius für touristische Ausflüge, Sport und Bewegung im Freien wird auf einen 15-Kilometer-Radius um den jeweiligen Wohnort beschränkt. Diese Beschränkung tritt in Kraft, wenn der Landkreis oder Stadt eine Sieben-Tages-Inzidenz von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen erreicht.


Schulen und Kitas: Die Betreuungseinrichtungen für Kinder bleiben geöffnet. Eltern sollen dennoch, wenn irgendwie möglich, ihre Kinder zu Hause betreuen und die Ausweitung der Anspruchsdauer des Kinderkrankengelds nutzen. Bei einer regionalen Inzidenz von 300 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner werden die Kitas geschlossen. Der Präsenzunterricht für Schüler bleibt mindestens bis zum 22. Januar ausgesetzt. Davon ausgenommen sind Abschlussklassen und Förderschulen mit dem Schwerpunkt „geistige Entwicklung“. Hier entscheiden die Eltern über den Schulbesuch.


Bremen

Die Regelungen treten in Bremen am Montag, 11. Januar, in Kraft.

Kontaktbeschränkungen: Auch in Bremen sind Treffen im öffentlichen und privaten Raum nur noch mit Mitgliedern des eigenen Hausstandes oder einer weiteren Person von außerhalb des eigenen Hausstandes erlaubt. Davon ausgenommen sind Kinder bis zu einem Alter von 12 Jahren.


Bewegungsradius: Einen 15-Kilometer-Bewegungsradius gibt es bislang noch nicht in der aktuellen Verordnung. Bremen behält sich allerdings vor, die pauschale Festlegung auf 15 Kilometer bei einem steigenden Inzidenzwert noch zu beschließen.


Schulen und Kitas: Bremen setzt die Schulpflicht aus und lässt die Eltern entscheiden, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken. Die Schulen bleiben grundsätzlich aber geöffnet. Distanzunterricht soll angeboten werden. Dennoch wird Schülern der Klassen 1 bis 6 die Teilnahme am Präsenzunterricht ausdrücklich „ermöglicht und empfohlen“. Kitas bleiben im „eingeschränkten Regelbetrieb“ geöffnet.


Hamburg

Die Regelungen gelten bereits seit Freitag, 8. Januar.

Kontaktbeschränkungen: Private Zusammenkünfte mit Freunden, Verwandten und Bekannten sind auf den eigenen Hausstand und maximal eine weitere Person begrenzt. Für Kinder gibt es keine Ausnahmen.


Bewegungsradius: Eine von Bund und Ländern vereinbarte Beschränkung der Bewegungsfreiheit auf einen Radius von 15 Kilometern um den Wohnort in Corona-Hotspots mit hoher Inzidenz wird zunächst nicht in Hamburg umgesetzt.


Schulen und Kitas: An den Hamburger Schulen wird bis Ende Januar im Distanzunterricht gelehrt und gelernt. Eltern, die ihre Kinder nicht zu Hause betreuen können, haben die Möglichkeit, ihre Kinder weiterhin zur Schule zu schicken. Der Regelbetrieb in den Kitas wird bis zum 31. Januar an den Tagesrandzeiten eingeschränkt, dadurch werden die regulären Öffnungszeiten der Kitas auf die Zeit von 8 Uhr bis 15 Uhr begrenzt. In Ausnahmefällen – etwa bei Kindern mit besonderem Förderbedarf oder Eltern in systemrelevanten Berufen – ist auch eine Betreuung darüber hinaus möglich. Zudem entfallen die Kita-Gebühren im gesamten Januar.


Hessen

Die neuen Regelungen treten am Montag, 11. Januar in Kraft.

Kontaktbeschränkungen: Treffen sind nur zwischen Mitgliedern eines Haushalts und einer weiteren Person erlaubt. Das gilt auch für Kinder. Allerdings gibt es Sonderregeln für die Kinderbetreuung: Die Einschränkung gilt nicht im Rahmen der gegenseitigen Übernahme der Kinderbetreuung durch höchstens drei Familien.


Bewegungsradius: Bei einer Inzidenz von über 200 wird der Bewegungsradius auf 15 Kilometer eingeschränkt. Ausnahmen soll es dabei nur für Arbeitswege und wichtige Besorgungen geben.


Schulen und Kitas: Schüler sollen bis Klasse 6, wann immer möglich, dem Präsenzunterricht fernbleiben, sie haben aber die Möglichkeit die Schule zu besuchen. Ab der Jahrgangsstufe 7 gibt es Distanzunterricht. Für die Abschlussklassen gilt laut Ministerpräsident Volker Bouffier, dass „Sie weiterhin Präsenzunterricht unter Einhaltung des Mindestabstands erhalten“. Kitas sollen nur in Fällen dringender Betreuungsnotwendigkeit in Anspruch genommen werden.


Mecklenburg-Vorpommern

Hier gelten die Regelungen seit Sonntag, 10. Januar.

Kontakt­beschränkungen: Private Treffen werden entsprechend den Regierungsvorgaben weiter eingeschränkt: Ein Haushalt darf sich künftig nur noch mit einer weiteren Person treffen, nur für Kinder bis zwölf Jahre kann es Ausnahmen geben, wenn es für die Betreuung der Kinder notwendig ist.


Bewegungsradius: In Corona-Hotspots mit einem Inzidenzwert von über 200 Neuinfektionen bei 100.000 Einwohnern in einer Woche soll der Bewegungsradius auf 15 Kilometer um den Wohnort beschränkt werden.


Schulen und Kitas: Wer seine Kinder im Januar in der Kita betreuen lassen möchte, muss das vorher anmelden. Die Landesregierung appelliert aber an die Eltern, Kinder wenn möglich zu Hause zu betreuen. Bei einer Inzidenz von mehr als 200 werden Kitas geschlossen, die Notbetreuung wird dann eingeschränkt. In den Schulen ist die Präsenzpflicht bis zum 31. Januar aufgehoben. Die Klassen von Stufe 7 an werden im Distanzunterricht unterrichtet, und auch Kinder aus den Klassen 1 bis 6 können zuhause bleiben, die Betreuung in den Schulen ist jedoch sichergestellt. Eine Ausnahme gilt für die Abschlussklassen, die in diesem Jahr Prüfung haben: Sie kehren am 11. Januar in die Schulen zurück.


Niedersachsen

In Niedersachsen sind die Regelungen am Sonntag, 10. Januar, in Kraft getreten.

Kontaktbeschränkungen: Private Zusammenkünfte werden beschränkt auf den eigenen Haushalt und eine weitere Person. Kinder bis drei Jahre zählen in Begleitung eines Elternteils nicht als zusätzliche Kontaktperson.


Bewegungsradius: Niedersachsen übernimmt die von Bund und Ländern vereinbarte Beschränkung der Bewegungsfreiheit mit einer Abweichung: Für Corona-Hotspots mit einer Inzidenz von 200 oder darüber soll ein Bewegungsradius von 15 Kilometern um den Wohnsitz, also die konkrete Wohnadresse, gelten. In anderen Bundesländern gilt dieser Radius um den Wohnort, also die Stadt oder den Landkreis.


Schulen und Kitas: Die Kitas sind geschlossen, es gibt allerdings eine Notbetreuung. In den Kita-Gruppen dürfen höchstens halb so viele Kinder betreut werden wie im Normalbetrieb. In Anspruch nehmen können die Notbetreuung Eltern, die in relevanten Berufen arbeiten und die Betreuung sonst nicht sicherstellen können, außerdem gibt es eine Härtefallregelung. Grundschulen unterrichten im Distanzunterricht, bieten aber ebenfalls eine Notbetreuung an. Ab dem 18. Januar gibt es für die Grundschulkinder dann Wechselunterricht. Abschlussklassen sind durchgängig im Wechselmodell. Für alle anderen Klassen gibt es bis Ende Januar Distanzunterricht.


Nordrhein-Westfalen

Die Regelungen treten hier am Montag, 11. Januar, in Kraft.

Kontaktbeschränkungen: Menschen aus einem Haushalt dürfen sich künftig nur noch mit einer weiteren Person treffen. Ausgenommen sind „zu betreuende Kinder“, eine Altersgrenze wird nicht genannt.


Bewegungsradius: Das Bundesland hat bislang keine 15-Kilometer-Regel für Einwohner in Corona-Hotspots erlassen. Nach Angaben eines Sprechers des Gesundheitsministeriums müssen die betroffenen Kreise dies in eigenen Verfügungen regeln.


Schulen und Kitas: Die Kitas bleiben geöffnet, die Eltern sind aber aufgefordert ihre Kinder, wann immer möglich, zu Hause zu betreuen. In den Schulen gibt es bis Ende Januar keinen Präsenzunterricht. Alle Schulen bieten ab Montag ein Betreuungsangebot – allerdings keinen Unterricht – für Schüler der Klassen 1 bis 6 an, die nicht zuhause betreut werden können.


Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz treten die neuen Regelungen am Montag, 11. Januar, in Kraft.

Kontaktbeschränkungen: Treffen sind nur noch innerhalb des eigenen Haushaltes oder mit einer Person aus einem anderen Haushalt zulässig. Kinder bis zu sechs Jahren sind von der Verschärfung der Kontaktbeschränkungen ausgenommen. Auch für Alleinerziehende sind Ausnahmen möglich.


Bewegungsradius: Das Bundesland hat keine Einschränkung des Bewegungsradius bei einer Inzidenz von 200 oder höher getroffen. Möglich sind Einschränkung der Bewegungsfreiheit in Hotspots allerdings schon: „Da muss besprochen werden, welche Maßnahmen die richtigen sind“, erklärte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer. „Das können Ausgangsbeschränkungen sein, es können auch Bewegungsbeschränkungen sein.“ Es bleibt den Kommunen überlassen, welche Maßnahmen sie vor Ort ergreifen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz über 200 steigt.


Schulen und Kitas: In Rheinland-Pfalz gibt es bis zum 22. Januar für alle Schüler Distanzunterricht. Für Kinder von der 1. Bis zur 7. gibt es eine Notbetreuung. In der letzten Januarwoche ist ein Wechselunterricht für die Klassenstufen 1 bis 6 vorgesehen. Ab 18. Januar können Abschlussklassen optional für bis zu zwei Tage pro Woche in die Schule kommen. Die Kitas bleiben grundsätzlich geöffnet. Die Landesregierung appelliert allerdings an Eltern, ihre Kinder nur bei dringendem Betreuungsbedarf in die Kitas zu schicken.


Saarland

Im Saarland treten die Regelungen am Montag, 11. Januar in Kraft.

Kontaktbeschränkungen: Treffen sind nur innerhalb des eigenen Haushaltes sowie sowie mit einer zusätzlichen Person gestattet. Bei den Kindern ist das Saarland weniger streng: Eine wechselseitige Kinderbetreuung zwischen zwei festen Haushalten ist zulässig. Eltern dürfen zudem auch mehrere Kinder zu den Großeltern bringen.


Bewegungsradius: In Landkreisen oder Städten mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 200 soll der Bewegungsradius für touristische Aktivitäten wie Tagesausflüge eingeschränkt werden. Anders als in den meisten anderen Bundesländern soll die Wohnanschrift der Ausgangspunkt für diesen Radius sein.


Schulen und Kitas: Es gibt keinen Präsenzunterricht im Januar, eine Notbetreuung bis zur 6. Klasse ist aber eingerichtet. Eine Ausnahme gibt es für die Abiturklassen der Gymnasien und Gemeinschaftsschulen. Die Kitas bleiben grundsätzlich geöffnet, allerdings gilt der Appell, die Kinder nicht in die Kitas zu schicken. Die vergleichsweise lockeren Kontaktbeschränkungen für Kinder sollen das gewährleisten. Im Januar übernimmt das Land zudem zwei Drittel der Kita-Elternbeiträge.


Sachsen

In Sachsen treten die Regelungen am Montag, 11. Januar, in Kraft.

Kontaktbeschränkungen: Auch in Sachsen gilt, dass Treffen nur noch innerhalb des eigenen Haushaltes oder mit einer Person eines anderen Haushaltes erlaubt sind. Kinder unter 14 Jahren zählen bei der Beschränkung nicht.


Bewegungsradius: Für Kreise mit einer Inzidenz von über 200 gibt es bereits seit Dezember ein Verbot, sich ohne triftigen Grund mehr als 15 Kilometer von seinem Wohnsitz zu entfernen. Zudem darf in Sachsen das Haus seit dem 14. Dezember nur noch aus triftigen Gründen verlassen werden. Dazu zählen unter anderem der Weg zu Arbeit, Schule oder Arzt, das Erledigen von Einkäufen oder der Besuch des Partners. Bei einer landesweiten Inzidenz von über 200 über fünf Tage hinweg gilt eine nächtliche Ausgangssperre von 22 bis 6 Uhr.


Schulen und Kitas: Kitas bieten eine Notbetreuung an für Eltern, die in systemrelevanten Berufen arbeiten. Für den 8. Februar ist eine Öffnung aller Kitas im eingeschränkten Regelbetrieb geplant. Die Schulen bleiben bis Ende Januar geschlossen, lediglich Schüler der Abschlussklassen können ab 18. Januar wieder in geteilten Klassen in den Präsenzunterricht kommen.


Sachsen-Anhalt

Auch in Sachsen-Anhalt treten die neuen Regelungen am Montag, 11. Januar, in Kraft.

Kontaktbeschränkungen: Zusammenkünfte sind nur noch im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes und mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person gestattet. Es gibt keine Ausnahmen für Kinder.


Bewegungsradius: Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 200 dürfen sich Bürger ohne triftigen Grund nur bis zu 15 Kilometer weit von ihrem Wohnort entfernen. Tagestouristische Ausflüge stellen explizit keinen triftigen Grund dar.


Schulen und Kitas: Die Kitas sind in den kommenden Wochen im Notbetrieb. Nur Eltern, die in systemrelevanten Berufen tätig sind, können ihre Kinder betreuen lassen. Auch für die Schuljahrgänge 1 bis 6 und ab dem siebten Schuljahrgang an Förderschulen gibt es eine Notbetreuung für Kinder, bei denen ein Elternteil in einem systemrelevanten Beruf arbeitet. Alle anderen Schüler sind im Distanzunterricht bis Ende Januar. Nur für die Abschlussklassen kann Präsenzunterricht zur Prüfungsvorbereitung durchgeführt werden.


Schleswig-Holstein

Hier treten die Regelungen am Montag, 11. Januar, in Kraft.

Kontaktbeschränkungen: Angehörige eines Haushalts dürfen sich künftig nur noch mit einer weiteren Person aus einem anderen Haushalt treffen. Kinder bis 14 Jahren zählen nicht dazu, solange sie von Familienmitgliedern betreut werden müssen. So können zwei Haushalte die Betreuung der jeweiligen Kinder gemeinsam sicherstellen. Menschen in Pflegeeinrichtungen sollen zudem weiterhin von zwei registrierten und negativ getesteten Menschen besucht werden dürfen.


Bewegungsradius: Ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner sollen sich die Menschen nur noch höchstens 15 Kilometer vom Wohnort entfernen dürfen. Kein Kreis in dem Bundesland erreicht diesen Wert aktuell.


Kitas und Schulen: Die Kitas bieten lediglich eine Notbetreuung an. Betreut werden etwa Kinder von Eltern, die in kritischen Infrastrukturen arbeiten oder Kinder von Alleinerziehenden. Die Kita-Gebühren erstattet das Bundesland im Januar - unabhängig davon, ob die Eltern ihr Kind zu Hause betreuen oder die Notbetreuung in einer Einrichtung in Anspruch nehmen. Die Schulen bleiben bis Ende des Monats weitgehend geschlossen. Bis zur 6. Klasse wird eine Notbetreuung angeboten. Nur für Abschlussklassen gibt es Präsenzangebote.


Thüringen

In Thüringen sind die Regelungen bereits seit Sonntag, 10. Januar, in Kraft.

Kontaktbeschränkungen: Treffen sind neben dem eigenen Hausstand nur noch mit einer weiteren Person erlaubt. Für Kinder gibt es keine Ausnahmen.


Bewegungsradius: Es wird empfohlen, alle Versorgungsgänge und sonstigen Aktivitäten, wie etwa Sport, „wohnortnah“, innerhalb eines Radius von 15 Kilometern zu erledigen. Entgegen erster Pläne wird der Bewegungsradius der Thüringer nicht per Verordnung eingeschränkt. Das Kabinett hat sich auf Drängen von Grünen und SPD nur auf eine Empfehlung, keine Verpflichtung verständigt. Im Landkreis Hildburghausen ist der Bewegungsradius allerdings verpflichtend.


Schulen und Kitas: Kitas bleiben im Januar geschlossen, es gibt aber eine Notbetreuung. Im Februar soll zu einem eingeschränkten Regelbetrieb zurückgekehrt werden. In Anspruch nehmen können Eltern die Notbetreuung auf Antrag, wenn sie nicht von zu Hause arbeiten können und es keine andere Betreuungsmöglichkeit gibt. Die Schulen sind bis zum 22. Januar geschlossen. Für Kinder bis zur 6. Klasse gibt es eine Notbetreuung. Eine Ausnahme besteht für Schüler kurz vor dem Abschluss, für sie kann es eingeschränkten Präsenzunterricht geben. Der Beginn der Winterferien soll vom 8. Februar auf den 25. Januar vorgezogen werden.

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