1 Abo und 2 Abonnenten
Artikel

Kommentar zur Videospielmesse: Die Gamescom muss wieder kleiner werden

Köln folgt seinem Spieltrieb. Noch drei Tage lang wird in der Stadt gedaddelt, was das Zeug hält. Es ist ein gutes Zeichen, dass die Ausmaße der Gamescom mit ihrem Rahmenprogramm dem Gewicht der Branche gerecht werden. Gaming ist kein Nischenhobby, sondern ein Massenphänomen. Viel Messe für viele Gamer? Hier liegt das Problem. Denn für richtigen Spielspaß ist die Messe schlicht zu groß.

Die Gamescom ist keine Neuheitenmesse, sondern eine Besuchermesse. Gamer werden unterhalten, so wird Buzz für die Spiele erzeugt. Das ist der Deal. Doch wie hoch ist der Unterhaltungswert, wenn Spieler drei Stunden für zehn Minuten Anspielen anstehen?

Das könnte Sie auch interessieren

Die Gamescom 2015 in Köln Der erste Gamescom-Tag - Viel Show, wenig Spielspaß

Bis zu knapp 20 Euro zahlen Spielefans für ein Tagesticket. In zehn Stunden schaffen es nur die ganz Geduldigen, vielleicht zwei oder drei der großen Titel anzuspielen. Am Wochenende dürften die Wartezeiten nochmal länger werden. Das wäre vielleicht gar nicht so schlimm, könnten die Gamer denn trotzdem einen Blick auf die Topspiele werfen. Doch gerade begehrte Titel wie "Assassin's Creed" oder "Uncharted" werden hinter hochgezogenen Mauern angespielt - die Altersfreigabe macht es nötig.

Man kann der Gamescom und den Herstellern nicht vorwerfen, dass sie nicht alles versuchen. Die Organisation läuft, die Stände sind teils spektakulär. Doch man verlässt sich auf die Genügsamkeit und Geduld der Gamer - zu sehr. Wenn Spieler auf einer Spielemesse nicht mehr spielen können, ist sich die Veranstaltung selbst über den Kopf gewachsen. Es wird Zeit für einen Schritt zurück.

Zum Original