Katharina Wasmeier

Freie Journalistin, Autorin, Lektorin, Nürnberg

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"Ich bin im Olymp" - Carina Dengler, aufgehender Stern am Schlagerhimmel?

„Ich bin im Olymp angekommen“, freut sich Carina Dengler. Dass der Olymp für eine gerade mal 19-Jährige bedeutet, im „Musikantenstadl“ aufzutreten, mag überraschend klingen. Fest steht: Für die junge Sängerin war das der große Traum, der jetzt endlich in Erfüllung geht. Und dass überhaupt grade „alles gar nicht besser sein könnte“.


Carina, ein aufgewecktes hübsches Mädel aus der Oberpfalz, das gern singt und tanzt, sich mit Freunden trifft, dessen Lieblingsgetränk Spezi ist und der Lieblingsschauspieler Zac Efron. Ein ganz normales Mädchen. Wäre da nicht die Volksmusik, die Heimatliebe, die sie ein bisschen anders sein lässt als Gleichaltrige, die macht, dass „die Leute in meiner Schule mich ziemlich uncool fanden“. Aber Carina hat Spaß an der Volksmusik, schon immer, ist mit der Musik aufgewachsen, hat mit den Eltern volkstümliche Sendungen geschaut und schon als kleines Kind beschlossen: „Wenn ich groß bin, mach ich eigene Lieder!“ Und deswegen „hab ich’s durchgezogen“. Heute sind die Leute im Heimatdorf Pilsach stolz, halten die Freunde „voll zu mir.“ 

Und die Fans auch. „Zur richtigen Zeit am richtigen Ort“ war sie einfach, sagt Carina, und erzählt von einem Geburtstagständchen auf einer privaten Feier, dass die damals 13-Jährige zum Besten gibt. Unter den Gästen: eine Bekannte ihres heutigen Managers Mark Bender. Den Papa, erzählt sie, habe sie damals „so lange genervt“, bis der zum Telefon greift. Es folgten ein Termin bei besagtem Herren, vorsingen, „und dann ging innerhalb eines Jahres alles Schlag auf Schlag.“ Erste Aufnahmen, der zweite Platz im Finale der ARD-Sendung „Immer wieder sonntags“, dann der Sieg des „Internationalen Alpen Grand Prix“ in Meran, alles 2009 innerhalb weniger Monate. Die Volksmusik, sagt Carina, berühre sie, die Heimatsprache, die „man einfach versteht“ und die deswegen so viele Menschen verbinde. Deswegen verarbeite sie auch auf ihrem unlängst erschienenen, dritten Album „Sexy Volksmusik“ vor allem Themen, die auf die heutige Zeit zurückgreifen, ihr eigenes Leben behandeln oder „aufmerksam machen sollen auf die kleinen Sachen, dass man einander schätzt und ehrlich ist“. 

Zum Nachdenken anregen möchte Carina mit ihrer Musik. Nicht lange Nachdenken konnte die junge Künstlerin, als sie 2013 wider Erwarten als eine von 600 Bewerberin für eine Rolle in der Heimatserie „Dahoam is‘ dahoam“ des Bayerischen Rundfunks gecastet wurde. „Eigentlich hatte ich mit Schauspielerei nichts am Hut, steckte zudem mitten in meiner Ausbildung zur Frisörin“, aber „es hat einfach gut gepasst“ und vielleicht, dachte sich Carina Dengler, kommt mit der Rolle als „Kati“ auch der musikalische Durchbruch. Heute hat Carina drei Berufe: die in Windeseile abgeschlossene Ausbildung, unter der Woche die Drehs in Dachau, am Wochenende die Musik. Wenig freie Zeit. Aber wenn, dann wird die genutzt, um „runterzukommen, einfach Tochter, Schwester zu sein.“ Der nächste große Schritt? 

Die neue CD soll jetzt „erstmal gut ankommen“, und dann vielleicht mal bei Florian Silbereisen auftreten. Dessen Partnerin Helene Fischer hat Carina 2009 kennengelernt, „a ganz a Nette“ wäre das, die zudem mit dem Schlager geschafft habe, was Andreas Gabalier mit der Volksmusik gelungen sei: die Genres moderner, populärer zu machen. „Das sind freilich meine Vorbilder“, sagt Carina. Aber „ich lasse alles einfach weiter auf mich zukommen. Verbissen sein passt eh nicht zu mir.“ Dann jetzt kommt also erstmal das „Heimspiel“ in Passau, hinauf auf den Olymp „Musikantenstadl“. In Lederhose. Eh klar.