Katharina Wasmeier

Freie Journalistin, Autorin, Lektorin, Nürnberg

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GoHo Street-Art Weekender 2016

Wändebemalen, Fahrradtouren, Workshoppen und überhaupt „ein bunter Blumenstrauß an Aktivitäten“ – am kommenden Wochenende steht Gostenhof ganz im Zeichen urbaner Kunst.

„Nurban Art“ nennt sich diejenige Initiative, die sich zum Ziel gemacht hat, die Stadt ein wenig bunter, ein wenig schöner zu gestalten. Wie so was aussehen kann, konnte man vor einigen Jahren entlang des Nürnberger Westbades sehen, wo die Gestaltung einer tristgrauen Mauer zahlreiche Besucher anzog, die den unterschiedlichsten Künstlern bei der Arbeit über die Schulter schauen konnten und dabei viel über Graffiti lernen. Wer das mochte, der dürfte von Freitag bis Sonntag seinen Heidenspaß haben. Also eine Art „Kick Off Event“, sagt Carlos Lorente, einer der beiden Initiatoren und wie Kollege Julian Vogel wohlstbekannter Graffiti Künstler, um die Öffentlichkeit zu informieren und wie das aussehen kann mit der Wandmalkunst im Öffentlichen Raum, richtet Nurban Art jetzt gemeinsam mit der Musikzentrale e.V., dem Kinder- und Jugendhaus Gost sowie den Museen der Stadt Nürnberg den „GoHo StreetArt Weekender 2016“ aus. Im Zentrum der drei Tage steht freilich die Gestaltung einer riesengroßen Wand, die ein Dutzend Künstler in ein riesengroßes Gemälde verwandeln und den Besuchern Einblick in ihre Arbeitsweise gewähren wollen. Ein „Live Show Charakter“, der gleichzeitig symbolisch steht für eine Anliegen, das den NurbanArtlern besonders am Herzen liegt: „Wir möchten versuchen, sogenannte ‚Wandpatenschaften‘ zu etablieren“, so Lorente, der sich wünscht, Haus- und Grundstücksbesitzer aller Couleur würden sich zu Wort melden und Wände im öffentlichen Raum als Bildfläche freigeben. „Diese Wand würde von Künstlern nicht nur bespielt, sondern auch betreut“, erklärt der professionelle Sprayer, womit gewährleistet werden soll, dass „Wildwuchs verhindert“ und sich an Regeln gehalten wird. Wie das aussehen kann, wissen Durchquerer der Unterführung Hallerwiese: Hier hatten parallel zu eingangs genannter Westbad-Aktion zwei namhafte Künstler ihr graffitisches Servus hinterlassen. Einer davon: der Kalifornier Jeff Soto, der aufgrund einer Ausstellung in der Bunsen Goetz Galerie erneut in der Noris weilt und sich einen künstlerischen Einsatz am Samstagvormittag in der MUZ nicht nehmen lässt. Abgesehen vom Zuschauen sind Haufenweise Mitmachmöglichkeiten geboten: So gibt es Workshops wie „Cellograff“ (Besprühen von gespannten Folien) und „Stencil“ (Sprühen mit Schablonen) oder, sowohl lehrreich als auch sportlich, eine Street-Art-Fahrradtour am Samstag. „Wir werden circa zweieinhalb Stunden zwischen Gostenhof und Johannis unterwegs sein und dabei nicht nur frei von jeder Wertung viel Erfahren über moderne Street Art, sondern vor allem auch über die Nürnberger Wandmaltradition der Gostner Hofmaler“, verspricht Carlos Lorente, der gemeinsam mit einem dieser in den 80er Jahren sehr aktiven Künstler die Tour anleiten wird. Spannende Geschichten aus den Nähkästchen inklusive! Wermutstropfen: Die Tour ist auf 30 Personen begrenzt, wer dabei sein will, sollte schnell vor Ort sein. Wer’s nicht mehr schafft, hat genug anderes zu staunen – auch mit Fahrrädern, restaurieren doch im Rahmen eines „Pop Up Museums“ Profi-Schrauber historische Fahrräder aus Museumsbeständen und modernisieren sie, während daneben live gehäkelte Kunst Fäden spannt und Spuren hinterlässt. Der Eintritt? Frei! 


Das gesamte Programm inklusiver abendlicher Feierei findet sich unter facebook.com/Nurban.Art – hingehen!