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Training für die Medien

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Die Klima-Aktivist*innen von "Ende gelände" haben in Viersen ihr Protestcamp aufgeschlagen.

Die Sonne scheint auf eine große, grüne Wiese im nordrhein-westfälischen Viersen. Etwa 20 Menschen zwischen 16 und 65 Jahren zwängen sich in weiße Maleranzüge. Auf ihren Rücken steht "Ende Gelände", "Hambi Bleibt", "Sytsem Change - Not Climate Change" oder "End Coal". Manche von ihnen tragen im Gesicht weiße Staubschutzmasken, um nicht erkannt zu werden. Sie nehmen auf dem Gras Platz und stimmen Sprechchöre an: "Auf geht's, ab geht's, Ende Gelände!"

Auf der anderen Seite der Wiese stehen ebenfalls etwa 20 Menschen, die zwischen 20 und 50 Jahren sind sie alt. Sie haben Kameras, Aufnahmegeräte, Mikrophone und beobachten, was die Menschen in den weißen Anzügen machen. "Bitte filmen Sie nur in die abgesprochene Richtung, auch wenn die Aktivist*innen dahinten tanzen", ruft eine Frau mit Locken durch ein Megafon. Sie leitet das öffentliche Aktionstraining, das "Ende Gelände" am Donnerstagmittag auf dem Camp in Viersen organisiert.

"Kathrin, kannst Du kurz mitkommen? Da sind Leute von der 'Bild', die nicht auf das Camp kommen dürfen", sagt eine Aktivistin zu Kathrin Henneberger, eine der Pressesprecher*innen. Es soll besprochen werden, ob mit der "Bild" vor dem Camp geredet werden kann. Auf der Wiese sind bereits mehrere freie Journalist*innen sowie Reporter*innen von RTL, ntv und komm:on, einem jungen Medium, das vor allem über Bewegungen und Proteste berichtet.

Es sind so viele Medienvertreter*innen vor Ort wie noch nie. Das ist zum einen mit den spektakulären Bildern zu erklären, die bei den Protesten von "Ende Gelände" entstehen. Das Bündnis, das sich für einen sofortigen Ausstieg aus der Kohle einsetzt, besetzt seit 2015 jährlich Bagger im Braunkohletagebau. Dann stehen junge Menschen in weißen Anzügen vor einer riesigen Mondlandschaft. Manche versuchen, auf die Bagger zu klettern. Zum anderen sind dieses Jahr aber auch mehr Journalist*innen vor Ort, weil das Thema Klimaschutz mit den Demonstrationen der "FridaysForFuture" in den Mainstreammedien angekommen ist.

"Wir üben jetzt das Päckchen und den nassen Sack", sagt die Frau mit den Locken zu den Aktivist*innen, die am öffentlichen Aktionstraining teilnehmen. Sie sollen zeigen, wie man sich von der Polizei wegtragen lassen kann, wenn die Blockade aufgelöst wird. Beim Päckchen setzt man sich mit angewinkelten Knien auf den Boden, beim nassen Sack legt man sich längs auf den Rücken und versucht, sich schwer zu machen.

Im Anschluss an das Training gibt es eine Feedbackrunde. Eine junge Frau sagt, sie könne sich nicht vorstellen, den nassen Sack bei der Aktion zu machen, weil man in dieser Position sehr angreifbar sei. Die Trainingsleiterin betont, dass man immer selbst entscheiden solle, wo die eigene Grenze ist und danach handeln solle. Die Journalist*innen drücken eifrig auf die Kameras, bevor die öffentliche Veranstaltung für beendet erklärt wird.

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